%Präambel \documentclass[11pt]{memoir} %memoir sei besser als scrbook \paperwidth=12.5cm %Seitenbreite \paperheight=19cm %Seitenhöhe % Schriftpakete für Linux Libertine \usepackage{libertine} % Linux Libertine O als Schriftfamilie \usepackage[libertine]{newtxmath} % Passende Mathematik-Schriftart und um Pfeile richtig darzustellen % Unterstützung für mehrsprachigen Text (Deutsch als Hauptsprache, Ukrainisch möglich) einschl. Silbentrennung \usepackage[ngerman]{babel} % Direkte Eingabe von UTF-8-Zeichen \usepackage[LGR,T1]{fontenc} % T2A für kyrillische Zeichen, T1 für Latein und zur Darstelllung französischer Anführungszeichen %Für griechische Buchstaben: \usepackage[utf8]{luainputenc} \usepackage{textalpha} % \usepackage{textcase} % Neuer Kapitälchen-Befehl für Small Caps inklusive Großbuchstaben \newcommand{\smallcaps}[1]{\textsc{\MakeTextLowercase{#1}}} \usepackage{scalefnt} % Ermöglicht Skalierung mit \scalefont{} % Neuer Befehl: Nur Small Caps um 2 pt größer machen \newcommand{\bigsmallcaps}[1]{{\scalefont{1.2}\textsc{#1}}} % Fußnoten-Pakete \usepackage{footmisc} % Erweitert Fußnoten \usepackage{bigfoot} % Zerlegt große Fußnoten automatisch \usepackage{manyfoot} %normal-breites Durchstreichen von Worten \usepackage[normalem]{ulem} %Griechische Buchstaben im Text, einfach mit libreWriter schreiben und gut ist \usepackage{textgreek} %für dt. Anführungszeichen zwecks Zitate, intext-Befehl ist backslash-enquote \usepackage{csquotes} %Seitenränder \usepackage[ twoside, % zweiseitiger Druck inner=12mm, % innerer Rand outer=14mm, % rechter Rand top=9mm, % oberer Rand bottom=15mm, % unterer Rand bindingoffset=0mm, heightrounded ] {geometry} %Mikrotypografie; für automatische Zeichenabstandskorrekturen; die zweite Zeile ist dafür da, um den lästigen Hinweis, dass kein aktueller Patch existiert, nicht mehr erscheint \usepackage{microtype} \microtypesetup{nopatch=footnote} %Seitenzahlen-Paket \usepackage{scrlayer-scrpage} % Fußnotensymbol als Hochzahl \makeatletter \renewcommand\@makefnmark{\textsuperscript{\@thefnmark}} % Hochgestellte Fußnotennummern \renewcommand\@makefntext[1]{% \noindent\hbox{\@makefnmark} #1% } \makeatother \setlength{\emergencystretch}{1em} % zusätzlicher Abstand bei Worten erlauben, wenn keine Trennung in einer Zeile möglich ist, sodass keine Zeilen über den Textrand hinausragen %Sperrdruck, mit intext-Befehl \so \usepackage{soul} %Beide sind wohl wichtig für dt-eng. Ausgabe auf 2 Seiten \usepackage[series={A},noend,noeledsec,noledgroup]{reledmac} \usepackage{reledpar} %für deutsche Spezial-Strich-Zeichen \usepackage{newunicodechar} %Dies würde den Text immer vollkommen von oben nach unten füllen \flushbottom \setlength{\skip\footins}{7pt} % Reduziert den Abstand zwischen Haupttext und Fußnoten \setlength{\parskip}{0pt} % Kein Abstand zwischen Absätzen %Zum rechten Einschub für Zitate mit dem Befehl \\begin{rightquote}{...}\end{rightquote} : \newenvironment{rightquote} {\begingroup\leftskip=8mm\noindent} {\par\endgroup} % für ca. 1/4-Spatium mit Befehl \qq, weil 1 Spatium ca. 0.5em entspricht und 0.125em noch zu groß erscheint, daher 0.08! \newcommand{\qq}{\hspace{0.08em}} %Lange Spezial-Worte, die häufig und an besonderer Stelle falsch oder unschön getrennt werden \hyphenation{voll-kom-mene} \hyphenation{Vieler} \hyphenation{Wissens-ge-sell-schaften} \hyphenation{Thea-ter-ge-schichte} \hyphenation{forschen-den} \hyphenation{alle} \hyphenation{Bild-wissen-schaft} \hyphenation{Bild-didak-tik} \hyphenation{allein} \hyphenation{etwa} \hyphenation{eine} \hyphenation{Fähig-keit} \hyphenation{Theorie} \hyphenation{Ästhetik} \hyphenation{genommene} \hyphenation{perzeptive} \hyphenation{Perzept-bildung} \hyphenation{Ding-erschei-nung} \hyphenation{heutigen} \hyphenation{Bild-wis-sen-schaftlern} \hyphenation{auftrennen} \hyphenation{Kant-ischer} \hyphenation{Kant-isch} \hyphenation{Kant-ische} \hyphenation{gebung} \hyphenation{angeborene} \hyphenation{Sinnes-produkte} \hyphenation{Sinnes-daten} \hyphenation{Computer-systeme} \hyphenation{Schema} \hyphenation{Schematismus} \hyphenation{Unveränder-liches} \hyphenation{hoch-komplexen} \hyphenation{jeweils} \hyphenation{gerade} \hyphenation{sowie} \hyphenation{alles} \hyphenation{trans-zen-den-tal} \hyphenation{ohne} \hyphenation{schematisiert} \hyphenation{Freiheit} \hyphenation{Begriff} \hyphenation{Produkte} \hyphenation{Tätig-keit} \hyphenation{irgend-etwas} \hyphenation{Dingen} \hyphenation{direkt} \hyphenation{Auffassung} \hyphenation{eines} \hyphenation{bio-phy-si-ko-che-mi-schen} \hyphenation{Denkens} \hyphenation{Klänge} \hyphenation{Ende} \hyphenation{jede} \hyphenation{äußere} \hyphenation{außer-dem} \hyphenation{Materialität} \hyphenation{unter} \hyphenation{obgleich} \hyphenation{Qualitäts-unterschieds} \hyphenation{dadurch} \hyphenation{Wahr-neh-mungs-modell} \hyphenation{Außen-welt-ding} \hyphenation{Korrektur} \hyphenation{grund-legen-den} \hyphenation{Modells} \hyphenation{unend-lichen} \hyphenation{beseitigt} \hyphenation{Meta-physik} \hyphenation{quasi} \hyphenation{Wahr-neh-mungs} \hyphenation{Me-ta-phy-sik} \hyphenation{ihrer} \hyphenation{identisch} \hyphenation{Kant-isches} \hyphenation{Doktrin} \hyphenation{Schönheits-urteil} \hyphenation{Erkenntnis} \hyphenation{Wille} \hyphenation{nahe} \hyphenation{adäquat} \hyphenation{Definitions-nische} \hyphenation{finale} \hyphenation{Ursachen} \hyphenation{lust-fördernd} \hyphenation{Produ-zenten} \hyphenation{Betrachters} \hyphenation{philo-so-phischer} \hyphenation{Erkenntnis-sphären} %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%% \begin{document} %Verhinderung von Ein- oder Zwei-Zeilern auf neuen/alten Seiten: \clubpenalty=10000 % verhindert Absatzbeginn am Seitenende \widowpenalty=10000 % verhindert Absatzende auf neuer Seite % Seitenzahlen-Layout % Seitenzahlen-Layout \pagestyle{scrheadings} % Aktiviert Kopf- und Fußzeilen \clearpairofpagestyles % Löscht Standard-Kopf- und Fußzeilen \ofoot{\pagemark} % Seitenzahl außen platzieren \setlength{\footskip}{6.5mm} % WICHTIGER Abstand von Textbereich zur Fußzeile (Seitenzahl-Position) % Startseite und Seitenzahl \setlength{\parindent}{0em} % Kein Einrücken bei Absätzen \setcounter{page}{41} % Setzt die Start-Seitennummer \setcounter{footnote}{21} % Fußnotenzähler auf 21 setzen %%%%% EIGENTLICHER TEXT-BEGINN %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%% %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%% SCHAUBILD %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%% \setlength{\baselineskip}{1.008\baselineskip}{ Radikal gewendet bedeutet dies, dass wenn also jeder Begriff (und sogar jeder Gedanke) im Grunde schon eine Kantische Erscheinung (samt Form\emph{gegebenheit}, d.s. ›Gestalt und Ausdehnung‹, und sinnlicher Materie, d.s. \emph{z.B.} Farben oder Klänge) darstellt, dann sind doch auch andererseits alle sinnlichen Erscheinungen (ob frei oder einer bestimmten Regel folgend hervorgebracht) von begrifflicher oder zumindest vorbegrifflicher, oder noch genauer: begriffsähnlicher, insgesamt aber stets von genuin-logischer Natur (und umgekehrt): \par \so{Jede Erscheinung ist bereits im Vorgang ihrer vorbewussten Entstehung ein Resultat des logischen Denkens (oder derartiger Automatismen); jeder Begriff ist jederzeit und unabhängig seines gedachten Abstraktionsgrades ein Resultat des pseudo-sinnlichen\qq}\footnote{Jede (Gestalt-)Verzeichnung ist kein eigentlich sinnliches Tätigkeitsprodukt, sondern lediglich durch die (begriffsähnlich bzw. genuin-logisch agierende) Einbildungskraft verursacht (obgleich auch diese zur Sinnlichkeit \so{i.w.S.} in gewisser Weise hinzugezählt werden darf). Aus diesen Gründen sind alle der Einbildungskraft zuzuordnenden Produkte nicht als ›sinnlich‹ oder gar ›echt-sinnlich‹, sondern lediglich als \so{›pseudo-sinnlich‹} zu bezeichnen.} \so{Gestaltungsvorgangs.} --- Beide, Erscheinung und Begriff (auch Gedanke), \mbox{besitzen somit} eine sehr viel größere sinnliche wie auch epistemische Ähnlichkeit als es Kant und bis heute viele \mbox{andere Philosophen (und} Psychologen, ja selbst die große Schar ›konzeptueller Künstler‹\footnote{Die ›konzeptuelle Kunstbewegung‹ (seit den 1960er Jahren) ist nämlich nicht nur eine Fortführung der Duchampschen Kunstidee (als Anti-Kunst und/oder Nicht-Kunst), sondern kann immer auch als ein zumindest \so{latenter Anwendungsversuch} des Kantischen, objektiven (obgleich meist auch mit subjektiv-schöpferischen, meta-stabilen, ja irritierenden Zielen versehenen) Schematismus \emph{der Begriffe} (und überhaupt: seines verwerflichen Schönheitsbegriffs; vgl. unten) hinsichtlich unseres, nach Meinung jener ›Künstler‹ (mit Blick auf ihre potenziellen ›Betrachter‹), noch nicht ausreichend bedeutsam oder objektiv schematisierten Abbilds der ›Wirklichkeitswelt‹ (bzw. bestimmter Aspekte derselben) angesehen werden (gerade im Falle einer gesellschaftskritischen Intention). Dennoch geht es hierbei aber nicht primär um direkte, äußere Erscheinungen und Wahrnehmungen (oder deren bloße Wirkungen und Möglichkeiten betreffend), sondern meist nur um innerlich zurückgerufene, zurückrufbare, ja um neukombinierte, neukombinierbare Wahrnehmungsinhalte (Konzepte). Diese stehen am Anfang (›Künstler‹) und am Ende (›Betrachter‹/›Re-Künstler‹) dieser Kunstform: „Konzeptuelle Kunst soll eher den Verstand des Betrachters als sein Auge oder sein Gefühl ansprechen und beschäftigen. {[}\ldots{]} Ideen {[}\emph{sind wichtig}{]} {[}\ldots{]}; die Form {[}\emph{der Ideen, d.h. ihrer Sichtbarkeit}{]} ist unwichtig. {[}\ldots{]} Konzeptuelle Kunst ist nur dann gut, wenn die Idee gut ist.`` (LeWitt 1967: 183f.). -- Auch unter Vorgriff der noch folgenden Kapitel sollen hier bereits zwei fundamentale Fehlkonzepte dieser ›Kunstform‹ entlarvt und diese sogleich in ihren Untergang getrieben werden: (1.) \so{Jede} (auch nur innerlich hörbare oder anschauliche) \so{Idee bedarf bereits zu ihrer Entstehung einer ganz bestimmten (pseudo-)sinnlichen Form und Materialität,} ohne welche sie, als Teil der Semiosphäre, gar nicht gedacht werden könnte (denn reine Ideen sind bloß systemisch bedingte Hirngespinste Kants und platonischer Philosophie überhaupt). (2.) Der ›konzeptuelle Künstler‹ verkennt außerdem, \so{dass tatsächlich die (kompositionelle) Form der Inhalt ist} (dass nämlich das Syntaktische semantisch bedeutsam ist $\to$ Kap. 2.2f!), und dass zu dieser Quasi-Erkenntnis überhaupt erst ein \mbox{\so{›formales Sehen‹}} führen kann; diese besondere Fähigkeit aber wiederum erst und gerade nur im Rahmen vieler bildpraktischer Fürwichtignahmen des Visuell-Formalen quasi-erworben werden kann! (Dies alles betrifft aber auch \emph{z.B.} die ikonographisch-ikonologische Bildanalysen-Methode Erwin Panofskys, deren Kantische Schematismus-Fundiertheit sich vor allem in ihrer, bis heute unverstandenen und Studenten bisweilen zu großer Verzweiflung treibenden Unfähigkeit einer klaren Unterscheidbarkeit von vor-ikonographischer Beschreibung und ikonographischer Analyse offenbart; obgleich dies noch keinen echten Methoden-Fehler bedeuten muss, sondern bloß der jeweiligen Relativität, Uneinheitlichkeit, ja Unvollkommenheit der dort miteinander in zeichen-zurückrufender, -bildender und -erweiternder Assoziation stehenden, ›alltäglichen‹ und ›wissenschaftlichen‹ Zeichensystemen geschuldet sein kann $\to$ Kap. 1.2f.).}\linebreak sowie ihre positiven Kritiker) jemals wahrhaben wollten oder vielleicht je zu träumen gewagt hätten, sodass sich selbst jene oft zitierte Kluft zwischen sichtbaren Erscheinungen und hörbaren Begriffen im Grunde bloß als eine des sinnlichen Qualitätsunterschieds zwischen Sichtbarkeit und Hörbarkeit herausstellt. Zugleich konnte für die Gültigkeit des oben erwähnten, zentralen Paradigmas der Wahrnehmungsphilosophie (und aller hierauf basierenden Wissenschaften) \so{keinerlei Beleg (eher gar das Gegenteil)} gefunden werden, sodass dieses an dieser Stelle für nichtig erklärt werden muss und dadurch auch endlich die Bedingung der Möglichkeit einer neuen Wissenschaft der Sinnlichkeit (\emph{hier}: der Sichtbarkeit) geschaffen ist.} \setlength{\baselineskip}{1.02\baselineskip}{ Es ist an dieser Stelle wohl kaum mehr möglich, der letzteren Überlegungen völlig unbeeindruckt, im Kantischen Wahrnehmungsmodell nun weiter voranzuschreiten, um zu sehen, wie darin (d.h. in der \so{›semantischen Phase‹)} die ins Bewusstsein aufgenommenen und somit beobachtbar gewordenen, schematisierten, äußeren Erscheinungen i.e.S. sich, mit zuvor produzierten, zu einer bekannten oder neuen Erscheinung i.w.S. zusammentun (assoziieren; reproduzieren; reorganisieren); oder wie diese sich gar, vermittels der Urteilskraft, an sichtbarkeitslose (d.h. blinde), gleichfalls schematisierte Klanggebilde (Begriffe) binden lassen, um diesen von und für uns schematisierten ›Abstraktionen‹ einen Zugang zur visuellen Anschauung zu verschaffen (oder durch Reflexion selbst überhaupt mit einem Namen oder Sachverhalt betitelt und dadurch ›abstraktionsfähig‹ werden).\footnote{Diese und jene Phase kann man schließlich auch bei Bedarf im originalen Zustande (samt Herausgeber-Anmerkungen und Versuch einer graphischen Gesamtdarstellung) im Ersten Band der ›Propädeutik‹ zu genüge studieren bzw. dort sämtliche der hier dargetanen Interpretationen derselben überprüfen (und, aufgrund der Gemeinfreiheit aller Texte, diesen -- wie auch den Zweiten Band -- gerne auch noch selbst um weiteres Originaltextmaterial o.ä. bereichern, dieses ggf. andersartig editieren oder gar Teile herausstreichen, um ihn letztendlich auch zur Fundierung eigener Interpretationsversuche schicklich zu machen -- dies natürlich in der großen Hoffnung gesprochen, dass sich niemand wieder solche Verständnis-Mühen hiermit zu machen braucht, als wie es der Verfasser/Herausgeber zu tun für notwendig erachtete, bzw. dass sein Wirken in Zukunft nicht völliger Makulatur anheimfällt).} Wir müssen nun aber (an dieser Stelle angelangt) förmlich innehalten, um zu erkennen, dass das Kantische Wahrnehmungsmodell (\emph{hier} vor allem auf Sichtbarkeit bezogen) nicht vollkommen falsch sein kann: Denn ein jedes potenziell sichtbare Außenweltding (somit auch das Bild) kann schließlich nur über die gesichtssinn-modifizierende Wirkung des immateriellen Lichtes auf unsere Netzhaut (und somit auf uns selbst) einwirken; und die in viele Millionen Lichtrezeptoren untergliederten (und gewölbten) Netzhaut-Flächen vermögen ihrerseits niemals ein vollständiges, gar räumliches Erscheinungsbild eines solchen Gegenstandes an das Gehirn weiterzuleiten; doch selbst wenn sie unserem Gesichtsfeld ihre gesamten Eindrücke auf einen Schlag (d.h. in der Art eines visuellen Empfindungsqualitäts-Kontinuums) zu präsentieren vermögen (d.i. die beste Erklärung für die oben beschriebenen Seherfahrungen des Verfassers und überhaupt der ganzen \textsc{Storozhenko}-Schule): woher soll dann aber das Gehirn, woher sollen wir wissen, was dort zu jenem Wahrnehmungsgegenstand und was \so{zeitgleich} zu seinem Hintergrund (d.h. seinem Nicht-Gegenstand) gehört? Somit wäre an der ganzen Idee des Schemas und Schematismus doch gar nichts Verwerfliches zu finden, dies geradezu ein genialer Denkakt gewesen (würde man sie bloß auf den sinnlichen Ganzheitsfall anwenden); denn was läge näher, da uns die sinnlich begründeten Erscheinungen geradezu blitzartig zu überfallen scheinen, als die eigentliche Entstehungsursache von Erscheinungen auf eine \so{transzendentale} Produktion mentaler Scherenschnitte (als Silhouetten jeweiliger Dinge) zurückzuführen, welche dem jeweiligen Einzelsignalstrom (bzw. dem nicht-kantischen: Empfindungqualitäts-Kontinuum) quasi direkt und zugleich assoziativ (oder nicht-kantisch: dissoziativ) wirksam vorgehalten würden, sodass dadurch das Vorliegen der tatsächlich beobachtbaren Gestalten im Raum und wandelbar in der Zeit (Kant: Form\emph{gegebenheit} der Erscheinung), als das sinnliche Zusammenfassungs-(oder nicht-kantisch: Trennungs-)\linebreak Ergebnis in Bezug auf Empfindungsqualitäten (Kant: Materie der Erscheinung), erklärt werden könnte? -- Da sich nun aber doch kein subjektives, transzendentales Schema (auch nicht modelltheoretisch) aufbauen lässt, so kann das empirisch-schematische ›Sinnes-Produkt‹ (d.h. die Erscheinung) ursächlich nicht aus Vorgängen der Sinnlichkeit i.e.S., sondern nur aus einer \so{vorbewussten} (d.h. quasi-automatisierten, ggf. sinnes-analytischen) Tätigkeit des Geistes selbst entstehen (vgl. Wesensähnlichkeit von Erscheinung und Begriff)! -- Tatsächlich war dies (d.i. die Korrektur der Kantischen Wahrnehmungsphilosophie) der Weg, den einige große Nachfolger Kants (\emph{z.B.} Charles Sanders Peirce; auch Konrad Fiedler) \so{bis heute erfolgreich} einschlugen. Und daher sollte man Kant auch nicht infolge seiner grundlegenden Fehlentscheidung verstoßen: alle seine Hoffnungen (aufgrund der zu seiner Zeit noch allseits fehlenden, biologischen Entscheidungshilfen) vergebens auf den ›synthetischen Weg‹ (der Erscheinungsgenese) gesetzt zu haben, sondern stattdessen sein Wahrnehmungsmodell behutsam überarbeiten und in seiner Person überhaupt ein großes Denkgenie erblicken, das es fertigbrachte, \so{bloß mittels} eines ptolemäischen Modells von (d.h. bloß erschei\-nungserzeugender) Sinnlichkeit, nicht nur nachträglich treffsicher im kopernikanischen (d.h. nicht-aisthetischen) zu bleiben, sondern dieses (beinahe) noch selbst begründet zu haben (denn ein Schematismus unserer Einbildungskraft findet ja, im Bewussten wie im Vorbewussten, doch tatsächlich statt, obgleich nur in empirischer Weise, d.h. ohne Transzendentalien, was zu stets hypothetischen Produkten führt: vgl. Peirce)! Dennoch, wenn wir uns jetzt also (zumindest rein arbeitstechnisch) dazu entschließen werden, dem \so{anderen,} d.h. dem ›analytischen Weg‹ der Erscheinungsgenese (bzw. der neuen Idee von Sinnlichkeit i.e.S. als dem Universum eines unendlichen und zugleich wirkungsmächtigen Empfindungsqualitäts-Kontinuums) zu folgen versuchen, so müssen hier noch einmal die schwerwiegendsten, der synthetischen Denkauffassung geschuldeten Fehlannahmen Kants aufgelistet und endgültig beseitigt werden:} \setlength{\baselineskip}{0.944\baselineskip}{ \so{1.} Transzendental-Philosophie, als die Wahrnehmungs-Meta\-physik des ›synthetischen Weges‹ (der Erschei\-nungsgenese), die nach allen potenziell oder tatsächlich erscheinungserzeugenden oder -verändernden Gegebenheiten und Vorgängen \so{im erfahrungs- und bewusstseinsunabhängigen Kontext vereinzelter Sinnesdaten} forscht, muss im Falle eines \so{allen} \mbox{\so{Erscheinungen}} \so{vorausgehenden und zugrunde liegenden, alle Sinnesdaten (ihrer Art) bereits qualiasiert und genuin verschränkt aufgenommenen Empfindungsqualitäts-Kontinuums} in eine nach bloß \so{vorbewusst (obgleich bewusstseinsanalog)} vorliegenden Gegebenheiten und agierenden Tätigkeiten forschende und deshalb zugleich \so{psychologisch orientierte, lediglich quasi-existierende} Wahrnehmungs-Philosophie umgewandelt werden. \so{2. Der scheinbar beobachtbare ›Umriss‹ (d.i. die empirische Schemazeichnung) an den Ding-Erscheinungen} (nicht die ihnen hierdurch zugeteilte Empfindung) betrachtete Kant als ein fundamentales, obgleich sehr dynamisches Synthese-Produkt (Einheit) transzendentaler Synthese-Prozesse; und schloss sogleich (als Wahrnehmungs-Metaphysiker) jeweils auf ein transzendentales Gegenstück \so{(d.i. das transzendentale Schema),} welches das eigentliche Verbindungsstück apriorisch vorliegender Gegebenheiten sei und der Gestalt-Produktion überhaupt Anlass und Orientierung geben könne. In der nun sinnlich-analytisch (bloß psychologisch) orientierten Wahrnehmungsphilosophie kann sich hingegen das Wesen einer bewusst wahrgenommenen, in Wahrheit sogar selbst \so{flächig ausgedehnten} und zeitlich bedingten Ding-Gestalt nicht von dem einer vorbewusst gebildeten unterscheiden: denn beide sind bloß das genuin-qualiahaltige (!) Ergebnis der sinnlichen Analysetätigkeit des Geistes (d.h. sind an sich bereits: Erscheinungen!) bzw. dienen diesem bloß (d.h. wenn man die diffus-graue \so{Flächen-Gestalt der Erscheinungen} bloß als mental bedingte, äußere Hilfserscheinung betrachtet) als \so{pseudo-sinnliches Trennmittel wider das jeweilige Qualia-Kontinuum} (gleichgültig also, ob diese Analyse nun bewusst oder vorbewusst abläuft). Die Gestalt ist somit nichts anders als eine bloße (Hilfs-)Erscheinung (in der Funktion eines mentalen Qualiakontinuum-Trennmittels). \so{3. Alle Begriffe} werden auch bei Kant (vielleicht ganz unabhängig oder bloß unbedacht seines synthetischen Weges) nicht der sinnlichen Anschauung, sondern nur dem denkenden Verstand (im Falle der ›Vernunftsideen‹ gar vollends übersinnlichen Vernunftssphären) zugerechnet, sodass er hierdurch, d.h. über die Zusatzvorstellung der kategorialen Formatiertheit aller Begriffe, nebenbei auch noch ein passendes Mittel erhielt, um sich die objektivierende Sinnesdaten-Resynthese notwendig angeregt und gesetzmäßig erfolgend vorzustellen. Vor allem die abstrakten Begriffe vermögen in einer reinen, d.h. empfindungsfreien Verstandesgestalt als Gedanken zu existieren. Doch wäre dem nicht genug, so beraubte Kant seinen „Gedankenformen``, d.h. den Zwölf Kategorien, in konsequenter Beschreitung des synthetischen Weges, selbst noch dieses Gewand und ließ sie sodann ihre nunmehr vollends-metaphysischen Sphären durchstreifen, auf der Suche nach ihren unanschaulichen Anschauungsgegenstücken ($\to$ ›formale Anschauung‹; vgl. KdrV B 160), um mit ihnen eine unvorstellbare „Verstandesverbindung (synthesis intellectualis)`` (KdrV: B 151f.) einzugehen. -- Vom analytischen Standpunkt aus betrachtet kann hingegen keine Gestalt ohne ihren Zweck, d.h. ohne die durch sie selbst (bzw. auch als diese selbst) abgetrennte (visuelle, auditive usw.) Sinnesempfindung, pseudo-sinnlich angeschaut, angehört usw. werden und ohne diese somit auch nicht existieren, obgleich sie doch selbst bloß eine mental bedingte, äußere (Hilfs-)Erscheinung darstellt (und auch in der vorbewussten Phase nicht anders verfahren werden kann; vgl. 2.)! Es bedarf zudem keiner großen Argumentation, um eindeutig zu erkennen, dass auch alle Begriffe (selbst alle gedachten) einem Hörbarkeits-Kontinuum genuin entstammen und auch späterhin jederzeit mit dieser ihrer Hörbarkeit (zumindest in unbemerkter Reproduktion) verbunden bleiben müssen (um jeweils zugleich von der auditiven Nicht- oder Anders-Reproduktion pseudo-sinnlich unterscheidbar zu sein). Zusammenfassend beförderte Kant \so{alle} Begriffe (denn alle Begriffe sind im Visuellen maximal-abstrakt), indem er ihnen nämlich ihre Hörbarkeit und damit faktisch auch ihre empirische Gestaltgegebenheit (d.i. für Kant: der existentielle Kern einer jeden Erscheinung, d.h. nun auch: aller Begriffe; obgleich doch selbst bloß Erscheinung mit bestimmten Qualia-Anteilen) absprach: in die mentale Nichtexistenz (denn was nicht von seiner Nicht-Existenz unterschieden ist, das hat auch keine Existenz). Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen: Vernunftsideen, Kategorien, reine Verstandesbegriffe, transzendentale Schemata, transzendentaler Schematismus, so auch ästhetische Ideen (d.s. Pseudo-Sinnlichkeitsideen), beide Anschauungsformen, ›reine Anschauungen‹ oder ›reine Bilder‹ (als qualia-freie ›Gestalt-Umrisse‹), also alle zusätzlich oder ausschließlich transzendental funktionalisierbaren Entitäten, ja selbst reine Mathematik und reine Naturwissenschaft, gleichgültig ob a priori oder a posteriori definiert, \so{können} in der von Kant beschriebenen Weise \so{gar nicht existieren,} zumindest was alle Bereiche des menschlichen Gemüts betrifft; obgleich sie doch jederzeit perfekt gestaltete Hörbarkeiten oder Sichtbarkeiten sein mögen (gleichgültig, ob direkt oder indirekt durch Reproduktion oder Reorganisation erfahrbar gemacht). Wenn uns also doch kein transzendentaler Schematismus zu den Wahr-Nehmungen der Welt befähigt, so bleibt uns doch weiterhin die interessante Fragestellung (für ein neues oder zumindest andersartiges Wahrnehmungsmodell) erhalten: wie es denn nur möglich sein kann, dass wir uns jeweils so treffsicher die uns scheinbar umgebenden Weltdinge (also auch die besonderen der ›Bilder‹, als die visuellen Stellvertreter der von diesen jeweils verschiedenartig gedachten visuellen Erscheinungen) aus unseren Empfindungsqualitäts-Kontinuen herauszuschneiden (bzw. nochmals nach Kant: die qualiasierenden Sinnesdaten zu jenen zusammenzukleben) vermögen? Zudem muss sich bei der Beantwortung derselben Modellfrage auch für jene nicht-aisthetischen (d.h. sinnlich-ganzheitlichen) Seherfahrungen des Verfassers zugleich eine ausreichende Erklärung sowie auch für die weiterführenden Fragen der eigentlichen Gemütswirkung und allgemeinen Erfahrbarmachung dieser Seherfahrungen klare und vor allem \so{allgemein überprüfbare} Antworten finden lassen.\footnote{Und dies obgleich all jener Leser, die der möglichen Antworten bereits im Zweiten Band der ›Propädeutik‹ zuteil wurden. (Denn wurde dort, wie auch \emph{hier} bisher, bloß der philosophische Weg, entlang vieler Schluchten, zur \so{Möglichkeit} unentdeckter Sichtbarkeit beschritten, so soll diese \emph{hier} doch endlich einmal \so{an sich,} obgleich aller Unmöglichkeit bzw. der dabei jederzeit erzeugten Falschheiten, in begrifflicher Weise \so{umschreibend} erforscht und darüber hinaus auch noch viel Ungesagtes {[}auch Unsagbares{]} ausgesprochen werden, bis das eigene Fortkommen des auf diesem Gebiete weiterhin interessierten Lesers in eine große, allseits schweigend auszuübende Tätigkeit übergehen muss).} -- Hierbei wird uns aber gerade auch der Zusammenbruch der Kantischen Schematismus-Theorie (bzw. die hierdurch entstandenen Erkenntnistrümmer\footnote{\emph{Z.B.}, dass alle Anschauungen tatsächlich eine logische Natur und alle Gedanken (\emph{z.B.} Begriffe) zugleich immer auch eine anschauliche bzw. pseudo-sinnliche Seite besitzen bzw. dass beide ›Arten‹ einerseits über Empfindungsqualitäten (d.s. Qualia) und anderseits auch über eine mental-bedingte Strukturiertheit (\emph{z.B.} Figur-Hintergrund; bei Kant noch Gestaltgebung und raumzeitliche Ausdehnung genannt) verfügen, sodass \so{beide völlig identisch} sind, weil von ein und derselben Natur, ohne welche sie folglich aufhören würden, sinnlich-logisch zu existieren! \emph{Oder allgemein}: \so{dass \textbf{die Naturwissenschaften eine der Grundlagen der Philosophie darstellen}, die Anfangsgründe letzterer ohne jene folglich falsch sind und somit \textbf{alle Philosophie entweder zu Grabe getragen oder auf neuen Grund gesetzt werden muss.}}}) und des Paradigmas der sinnlichen Unhintergehbarkeit sinnlicher Wahrnehmung voranbringen und uns gar -- neben jenen neuen Seherfahrungen -- als Richtschnur zur Interpretation und Bewertung weiterer philosophischer und prä-bildwissenschaftlicher Modelle behilflich sein!} \newpage \setlength{\baselineskip}{0.92\baselineskip}{ \begin{center} \bigsmallcaps{\bigsmallcaps{* * *}} \end{center} \mbox{}Mit der Revisionsarbeit ›ästhetischer Theorien‹ können und wollen wir an dieser Stelle aber nicht warten und werden sogleich noch versuchen: auch dem geheimen (oder bloß: allzu offensichtlichen) Zweitleben aller ›Ästhetik‹ den Garaus zu machen (um zugleich jedermann von diesem gänzlich falschen und elenden Begriff und Modelldenken endgültig und für alle Zeiten zu befreien!): ›Ästhetik‹ galt nämlich bereits ihrem Gründungsvater, Alexander Gottlieb Baumgarten, u.a. auch noch als „Theorie des Schönen`` (\emph{Metaphysica}, \textsuperscript{4}1757) und „Theorie der freien Künste`` (\emph{Aesthetica}, 1750; zur Abhandlung der letzteren: s. unten). Weil es dann aber nicht Baumgarten selbst, sondern erneut Kant war, der der Theorie des Schönen ($\to$ \emph{KdU}, Erster Teil) ihre bis heute viel diskutierte Modellierung gab, sehen wir uns nun zugleich im Recht, d.h. auf Grundlage der obigen Schlussfolgerungen, \emph{hier} auch noch über den Kantischen Schönheitsbegriff (und somit zugleich über das Restleben aller ›Ästhetik‹ insgesamt) zu richten. -- Wir wollen uns hierbei zwar nicht lange aufhalten (da wir ja nun bereits alle Werkzeuge zur Hand haben); zum Verständnis ist aber wenigstens das Folgende wichtig: für eine adäquate Beurteilung des Schönen fordert Kant nämlich eine \so{von allen Sinnesempfindungen und Begriffen unbeeindruckte, d.h. objektiv wie subjektiv zweckbefreite, und zugleich stets „\textbf{reflektierende} Anschauung``} (KdU: A 255, HV J.F.) eines zu beurteilenden Gegenstandes (des äußeren Sinns), d.h. \so{seiner bloßen Form nach (d.i. Kantisches Formsehen),} und außerdem noch eine subjektive Achtsamkeit, ob sich hierin (also allein aufgrund der Betrachtung \so{\textbf{und}} Reflexion über dieselbe) zugleich ein stetig wachsender Lustgewinn im Gemüte ereignet.\footnote{Diese Theorie einer Gefühlsaffektion durch visuelle Form\emph{gegebenheiten} (zumal immer unter der hierbei recht merkwürdigen und sperrigen Grundbedingung des \so{\textbf{gleichzeitigen},} zweckbefreiten Reflektiertwerdens stehend) lässt sich im \emph{hiesigen} Zweiten Teil allerdings, d.h. in einer radikalen Korrekturfassung des Kantischen Formsehens, nicht nur sehr viel weiter ausbauen, sondern gar noch (d.h. im Wechselspiel zum Verstande) zu einer neuartigen ›Bildanalysenmethode‹ fortentwickeln (obgleich in Wahrheit Begriffe, wie Form und Inhalt bzw. Materie, in Qualia-Kontinuua -- wie überhaupt alle Begriffe und Perzepte -- völlig austauschbar bzw. niemals anwendbar sind). -- Zudem sei hier noch kurz angemerkt, dass das ›Erhabene‹ seinerseits keiner Korrekturfassung bedarf, weil stets pseudo-sinnlicher Gefühlsausdruck (vor allem: komplexer geistiger Reflexionen); der Gegensatz zum Schönen sollte am Besten als das ›Nicht-Schöne‹ bezeichnet werden, weil \emph{z.B.} auch das ›Hässliche‹ ebenfalls nur durch meist einfache, bloß pseudo-sinnliche Reflexe und Instinkte bedingt wird.} \newpage \so{Transzendentaler Grund,} im Falle eines hierin und nach Kant dann auch rechtmäßig gefällten Schönheitsurteils (d.h. mit gleichzeitigem Anspruch auf inter-subjektive Gültigkeit), sei hier das zufällige Zustandekommen eines sich selbst erhaltenden und befördernden \so{freien Spiels aller Vermögen des menschlichen Gemüts} (durch ihre jeweiligen, apriorischen Prinzipien): \so{Einbildungskraft} (mittels Freiheit: als Gestaltungsprinzip originärer bzw. kategorial nicht ergründbarer Erscheinungen; von Kant daher auch als Synonym für \so{Sinnlichkeit} genommen; vgl. auch das obige Paradigma der Aisthesis), \so{Verstand}\,\footnote{Hier ist zudem das (merkwürdige, kaum fassbare) Kantische \mbox{Vermögen der} \so{Vernunft} beizufügen, weil dieses im Kantischen System bloß das Haupt der menschlichen Geistigkeit darstellt (bzw. als Begehrungsvermögen gedeutet: der auf bestimmte Endzwecke abzielende Wille); die Vernunft kann im Grunde aber nur epistemisch vom Verstand abgesondert werden (wie auch ihre besonderen Ideen jederzeit nur dem bloßen Nachdenken oder gar den tradierten Vorstellungen wie ›Gott‹, ›Seele‹, auch ›Freiheit‹, entsprungen sein können). -- Verstünde man die Vernunft hingegen bloß als das oberste, d.h. von den Endzwecken der Freiheit und der gänzlichen Menschseinsbestimmung allein geleitete Begehrungsvermögen (d.i. der Wille überhaupt) und verquicke man dieses sogleich noch mit den vier berühmten Kantischen Grundfragen, so würde daraus wohl noch am meisten Sinn erwachsen, nämlich: \textbf{Der} \so{\textbf{Wille: 1.)}} \textbf{diejenige Erkenntnis zu erlangen,} um (i.w.S.) sich Gottes sicher \emph{bzw.} (i.e.S.) Gott selbst zu werden; \so{\textbf{2.)}} \textbf{Dasjenige (als Bedingung zu dieser Erkenntnis) zu tun,} um (i.w.S.) frei in allen Dingen \emph{bzw.} (i.e.S.) aller Dinge frei zu werden; \so{\textbf{3.)}} \textbf{in und durch diese Tätigkeit hoffen zu dürfen,} (i.w.S.) die Unsterblichkeit der eigenen Seele zu erkennen \emph{bzw}. (i.e.S.) durch den (in dieser Tätigkeit zu erringenden) eigenen Tod in der Seele (als Nichtwesen im Nichtraum zur Nichtzeit, d.i. Überewigkeit) die Unsterblichkeit \mbox{selbst zu erfahren;} \so{\textbf{4.)}} \textbf{jenes höchste Wissen, Handeln und Hoffen so zu konvergieren,} um (i.w.S.) das eigene Menschsein (in eben diesem freien Spiel seiner Kräfte) i.w.S. selbst zu bestimmen \emph{bzw.} (i.e.S.) sich selbst in eine neue Existenz (Funktion, d.h. zu einem Menschen i.e.S.) zu überformen (d.h. weder Mensch noch Gott, sondern in seinen höchsten Tiefen gar noch all diesen vollkommen unvergleichlich zu sein: d.i. Übergöttlichkeit $\to$ Meister Eckhart).} (mittels Gesetzmäßigkeit: zur kategorialen Perzept-Bestimmung) und die zwischen diesen beiden vermittelnd handelnde \so{Urteilskraft} (mittels Zweckmäßigkeit: als dem notwendigen Suchprinzip im Reflexionsprozess; im ästhetischen Urteil jene zugleich mit Blick auf das \so{Gefühl der Lust und Unlust} in seiner Reaktion auf die bloße Form der Erscheinung \so{bei gleichzeitiger,} entzweckter Reflexion über dieselbe). -- Dies klingt nicht nur sehr schwierig (und gemahnt schon allein deshalb an die historischen, sehr komplizierten, weil im Grunde inadäquaten Erklärungsmodelle, \emph{z.B.} das des geozentrischen Weltbildes) und scheint vor allem auch im Praktischen bzw. Empirischen sehr schwer realisierbar, sondern ist nun auch von der Theorie selbst (vor allem auch in transzendentaler Denkart), d.h. im Kontext unserer obigen neuen Erkenntnisse, \so{unmöglich:} denn in Kants ›(form)ästhetischem‹ Reflexionsurteil (›schön‹) hinsichtlich eines Gegenstandes als Erscheinung, in welchem der Betrachter (fern aller Begriffe und Zwecke versenkt) im direkten Betrachtungsvorgang immer nur sich selbst fühlen darf (›uninteressiertes Wohlgefallen‹), würde die Urteilskraft tatsächlich \so{immer nur mit den geistigen Vermögen (Kognition) in ein freies Spiel kommen} können, weil die Form gebende und erhaltende Einbildungskraft nun doch \so{keine Funktion der Sinnlichkeit} (sondern des Verstandes; vgl. KdrV: B 160, Fußnote), ja \so{weil die Form\qq\emph{gegebenheit} der Erscheinung selbst schon ein Produkt des Objekt-Denkens und somit an sich bereits einen Verstoß gegen die Kantische Doktrin reiner ästhetischer Urteilsschlüsse darstellt,} sodass letztlich auch nicht nur das hierin eigentlich erhoffte Totalitätserleben des Menschen gänzlich ausbleiben, sondern gar noch \so{jegliche Schönheit (gleich Gott) überall völlig} \mbox{\so{unerkennbar,}} \so{ja unauffindbar bleiben würde.} Das Kantische Schönheitsurteil entstünde gar völlig losgelöst jeglicher Sinnlichkeit und wäre daher gewiss auch im Sinne und zum Grause Kants: falsch.\footnote{Die einzig noch mögliche Korrekturfassung der Kantischen Beurteilung des ›Schönen‹ wird sich \so{niemals auf wahrnehmbare Entitäten (ob formal noch inhaltlich),} aber dennoch -- gleich der in Wahrheit tatsächlich korrekten Kantischen Grundannahme -- auf \so{(nicht-aisthetische) ›Formen der Qualia‹} (welche zugleich zu einem Wechselspiel mit der Geistigkeit fähig sind; dieses aber nicht benötigend) gründen, sodass aber dennoch ›Ästhetik‹, als der Wahrnehmungsbegriff par excellence, erneut völlig leer bleiben würde (weil alle Objekt- oder Prozess-Beurteilungen als ›schön‹ keine pseudo-sinnliche Grundlage hätten und somit allesamt falsch wären {[}und somit alle Menschen zugleich auch ihren heute geradezu fast religiös ausgeübten, ihnen gar ausschließlich noch Lebenssinn stiftenden, pseudo-sinnlichen Gestaltungstrieb vernachlässigen, ja tatsächlich getrost aufgeben können!{]}).}} \par \setlength{\baselineskip}{0.987\baselineskip}{ \so{Jegliche Ästhetik wird daher weder nach der alten noch nach einer neuen Theorie des ›Schönen‹ eine} \mbox{\so{Existenzlegitimation}} \so{finden} und daher als falsche Theorie (und Quälerin aller \mbox{Menschen)} nicht nur sofort aufhören müssen zu existieren, sondern hat (zur Freude und späten Genugtuung vieler derart gequälter Gemüter) ohnehin niemals existiert: \so{\textbf{›Ästhetik‹ ist das Phlogiston der Philosophie} (bzw. der fundamentalste sowie kultisch am stärksten befeuerte, obgleich völlig nichtige Trennungsgrund von Geistes- und Naturwissenschaften)!} Überhaupt muss die \so{Sinnlichkeit (i.e.S.),} d.h. im Falle echt-sinnlicher Qualia-Kontinua, nicht erst durch eine kognitiv motivierte Reflexion in ihr originäres Spiel gebracht werden, sondern bedarf hierfür bloß dem Gemüte passend gemachter Außenwelt-Kompositionen (also echter Physis; allerdings immer unter ganz bestimmten äußeren und inneren Bedingungen stehend betrachtet; vgl. \emph{z.B.} Kap. 1.3), keinesfalls also die sie selbst bloß zersetzende, d.h. auch ihr Eigenspiel beendende Geistigkeit. Hinsichtlich des Schönheitsurteils selbst ist es ebenfalls genau anders herum als von Kant modelliert: denn es ist nämlich ursächlich immer nur die \so{Sinnlichkeit (i.e.S.),} welche gerade durch ihr jeweils \so{kompositionell, d.h. formal begründetes Spiel der Qualia} die zu ihr aufbrechenden Assoziationskräfte des Geistes (im Rahmen eines willentlich zugelassenen Wechselspiels) derart anzuregen vermag, dass diese hierdurch selbst in ein ganz eigenes freies und zugleich totales Spiel mit der Sinnlichkeit und allen anderen menschlichen Vermögen versetzt werden (und in der nun erst beginnenden Reflexion hierüber der Begriff des ›Schönen‹ insgesamt, jedoch meist irrtümlich nur mit der Pseudo-Sinnlichkeit der bloßen Erscheinung verbunden, assoziiert wird). Es wird hierin also niemals bloß die Gestalt-Erscheinung der Dinge (bzw. nun: die Gesetzmäßigkeit des Verstandes), sondern vielmehr ihre Nicht-Gestalt, ja die ›Form der Qualia‹ zu einem solchen Quasi-Urteil Anregungen liefern können (was \emph{an dieser Stelle} aber noch nicht verstanden werden kann $\to$ Kap. 1.2ff.). -- Will man es nämlich überspitzt formulieren, so hat Kant in seinem Schönheitsbegriff zwar das Richtige sagen wollen, dabei aber seinen Charakter, ja die gesamte Sinnlichkeit selbst verfehlt und den Schönheitsbegriff somit vollkommen unanwendbar, verwerflich und überhaupt nutzlos gemacht, obgleich doch bis heute nicht aufgehört wurde, über diesen einfältig zu diskutieren; was doch zeigt, dass er nicht gänzlich falsch sein kann, weil er einen wahrhaft geheimnisvollen Grund berührt, welchen man in diskursiver Weise doch niemals freizulegen vermag (weil er eben ein nicht-diskursives Wesen besitzt), obgleich er doch in der bloßen Wahrnehmung direkt, aber unerkannt vor unseren Augen und Herzen steht und er uns dennoch, d.h. trotz seiner von uns selbst verursachten Entfernung, derart zu ergreifen vermag, dass wir nicht aufhören können über ihn nachzudenken {[}obwohl doch in dieser besonderen Bestrebung vielmehr ein bestimmtes Handeln erforderlich wäre! $\to$ Dritter Teil{]}). Somit enthält das Kantische Schönheitsmodell (bzw. sein bloß quasi-erfahrbarer Bezugspunkt eines tatsächlich inter-subjektiven Schönheitsempfindens) in seiner versuchten Anwendung auf die Betrachtung bestimmter Perzepte (und gleichzeitig: ihrer Nicht-Perzepte) doch einen wahren Kern, den es bloß freizulegen und ins richtige, ja ins nicht lichtene Licht zu stellen gilt.} \par \mbox{} \vspace{0.3em} \begin{center} \bigsmallcaps{\bigsmallcaps{* * *}} \end{center} \newpage \setlength{\baselineskip}{0.955\baselineskip}{Interessanterweise ist dies aber noch längst nicht alles, was uns die Kantische Philosophie zu bieten vermag. Denn betrachtet man diese auch noch hinsichtlich immanent ›bild-didaktischer‹ Fragestellungen ($\to$ Dritter Teil), so lassen sich selbst hierzu noch (in der KdU) erstaunliche und tatsächlich auch stichhaltige Theorieansätze finden. Diese beziehen sich zwar nur auf visuelle ›Kunstwerke‹, lassen sich aber auch allgemein auf alle ›Bilder‹ (selbst noch im postmodernistischen Sinne!) bzw. deren Erzeugung und Beurteilung ausweiten. Oder anders gefragt: Durch welche \so{sinnlichen sowie regel-basierten Ursachen} vermag denn überhaupt ein subjektiv-formal betrachtetes und zugleich als (Kantisch oder auch Nicht-Kantisch) ›schön‹ beurteiltes ›Bild‹ \so{allgemeingültig lustfördernd} zu sein? \par \mbox{} \begin{rightquote}{\scalefont{0.85}{„Alles Steif-Regelmäßige (was der mathematischen Regelmäßigkeit nahe kommt) {[}...{]} gewährt keine lange Unterhaltung mit der Betrachtung desselben, sondern macht, sofern es nicht ausdrücklich der Erkenntnis, oder einen bestimmten praktischen Zweck zur Absicht hat, lange Weile. Dagegen ist das, womit die \sout{Einbildungskraft} {[}\emph{sic! Korrektur-Vorgriff:} Sinnlichkeit i.e.S.{]} {[}...{]} \so{spielen} kann, uns jederzeit neu und man wird seines Anblicks {[}\emph{also auch unabhängig jeglicher Reflexion über denselben!}{]} nicht überdrüssig`` (KdU: A 71, \mbox{HV J.F.).} }} \end{rightquote} \par \mbox{} Anhand eines Reiseberichts aus den Dschungeln auf Sumatra versucht Kant aber auch andererseits und zugleich ergänzend zu zeigen, dass selbst eine streng geordnete, d.h. \so{visuell ›steif-regelmäßige‹} Pfefferplantage eine stark lustfördernde Wirkung in der Betrachtung derselben Sichtbarkeit hervorzurufen vermag, \so{\textbf{wenn}} diese direkt \so{im visuellen Kontrast zum Chaos (des Urwalds) stehend betrachtet wird} bzw. dass allgemein nur \so{\textbf{sinnlich-kontrastierende} „Abwechslung gefalle``.}\footnote{\emph{Anmerkung:} Das \so{›Spiel mit visuellen Kontrasten‹} ist tatsächlich die Grundvoraussetzung, ja das sonderbare \so{Grundgesetz bzw. die oberste Kompositionsregel für jedes potenziell intersubjektiv lustfördernde ›Bild‹!} Oder anders gesprochen: „Gleichmäßigkeiten im Bilde sind zu vermeiden. Dies ist einer der wichtigsten Grundsätze`` (Hölzel 1901: 249).}} \newpage \setlength{\baselineskip}{1.035\baselineskip}{ Obgleich sich jeder ›Künstler‹ somit auch nach Regeln richten solle, so müsse sein ›visuelles Werk‹ letztendlich aber dennoch so erscheinen, als ob es völlig regellos und ohne Zwang geschaffen wurde bzw. \so{als ob es ein Produkt der Natur und nicht des Menschen sei} (vgl. KdU: §45). Somit müsse diese geheimnisvolle (Kontrast-Spiel-)Regel, in ihrer Anwendung im visuellen ›Kunstwerk‹, paradoxerweise zugleich auch den Anschein einer regellos erfolgten Bildgestaltung vermitteln (denn jeder Erkenntnisgewinn hinsichtlich möglicher Gestaltungsregeln würde, während der Bildbetrachtung, sogleich das Reflexionsurteil über das ›Schöne‹ durch objektiven Erkenntnislust-Gewinn verfälschen und somit null und \mbox{nichtig machen)!} \par \mbox{} \begin{rightquote}{\scalefont{0.85}{„Welcherlei Art ist denn diese Regel? Sie kann in keiner Formel abgefasst zur Vorschrift dienen, denn sonst würde das Urteil über das Schöne nach Begriffen bestimmbar sein, sondern die Regel muss von der Tat d.h. vom Produkt abstrahiert werden, {[}...{]} um sich jenes zum Muster {[}\emph{d.h. Vorbild; J.F.}{]}, nicht der \so{Nachmachung,} sondern der \so{Nachahmung,} dienen zu lassen. Wie dieses möglich sei, ist schwer zu erklären. {[}...{]} Die Muster der schönen Kunst sind daher die einzigen Leitungsmittel diese {[}\emph{Regel; J.F.}{]} auf die Nachkommenschaft zu bringen, welches durch bloße Beschreibungen nicht geschehen könnte`` (KdU: A 183). }} \end{rightquote} \par \mbox{} Diese begrifflich (und somit nun auch: anschaulich; s. oben!) nicht definierbare und zugleich nicht vermittelbare (bloß \so{ums}chreibbare), \so{regellos erscheinende Regel des ›Spiels sinnlicher Kontraste‹} kann sich somit nicht auf handwerkliche Techniken (malen, zeichnen usf.), weil sprachlich vermittelbar, aber auch nicht auf den Begriff des Materials (Holz, Stein, Ölfarben etc.), sondern muss sich im (noch zu korrigierenden) Kantischen Formsehen bzw. auf die dort aufgefassten Gebilde selbst beziehen (KdU: §47). Außerdem verfüge nach Kant zwar allein das von der Natur begabte ›Künstlergenie‹ \so{unwissend (d.h. nicht-begriffliche bzw. echt-sinnliche)} Anwendungskenntnis dieser Regel, ohne also die Anwendungsweise der obigen Kontrast-Spiel-Regel selbst in Begriffe fassen oder anderen Menschen gar belehrend weitergeben zu können (KdU: §46); zum anderen haben wir aber auch soeben erfahren, dass diese Kontrast-Spiel-Regel in jedem allgemeingültig lustfördernden bzw. ›schönen‹ Produkt der Sinneswahrnehmung (\emph{z.B.} in diversen ›visuellen Kunstwerken‹) genuin ›enthalten‹ sein müsse: sie sollte also jedem zum anderen Sehmodus befähigten Menschen offen vor Augen stehen. Dennoch gilt unausweichlich: \so{Die Erzeugung allgemeingültig lustbringender Produkte der Sinnlichkeit (›Kunst‹) ist nicht lehrbar} (KdU: A 257); es darf diesbezüglich allerdings der Zusatz geltend gemacht werden: \so{in Begriffen und Anschauungen bzw. allgemein: in semiosphärischer Weise nicht lehrbar.}\footnote{Was aber nicht in Begriffen oder durch Anschauung lehrbar ist, \so{\textbf{ja weil der zu vermittelnde Kunstbegriff selbst gar kein Begriff des kunstproduzierenden Produzenten bzw. ›Künstlers‹, sondern lediglich des oftmals bloß laienhaften Rezipienten bzw. ›Betrachters‹ ist}} (vgl. \emph{z.B.} Marcel Duchamps Grundlagentext ›Der kreative Akt‹; sowie \emph{hier} noch S. 217, Fußnote 15), kann zugleich aber auch nicht Grundlage einer Theorie des (und für den) kunstproduzierenden Produzenten sein, \so{\textbf{sodass damit auch der finale Beweis erbracht ist, dass selbst die letzte Definitionsnische jeglicher ›Ästhetik‹ (als ›Lehre der freien Künste‹), ja alle ›Ästhetik‹ niemals existierte bzw. überall keinen Halt findet!}}} Diesem Gedanken folgend setzt Kant der Vernunftsidee (d.i. ein rein-abstrakter Begriff) die „\sout{ästhetische} \so{{[}\emph{sic! Korrektur-Vorgriff:} echt-sinnliche{]} Idee``} gegenüber, welche „viel zu denken veranlasst, ohne dass ihr doch irgendein bestimmter Gedanke d.h. \so{Begriff {[}oder eine Anschauung!{]}} adäquat sein kann, die folglich keine Sprache völlig erreichen und verständlich machen kann`` (KdU: A 190). Die „\sout{ästhetische} {[}echt-sinnliche{]} Idee`` kann als eine nichtbegriffliche (aber auch nicht-anschauliche, nicht-abstrakte, nicht-semiosphärische) „Vorstellung der \sout{Einbildungskraft} {[}reinen Sinnlichkeit{]}`` (oder eher bloß als semiosphärische Ersatz- bzw. Modellvorstellung derselben) angesehen werden und nur durch reine Sinnesprodukte veranlasst und begründet sein, weil allein hier vollkommene Begriffsferne \so{(oder pseudo-exakter:} Gestaltferne) postuliert werden kann.} \newpage \setlength{\baselineskip}{1.02\baselineskip}{ \emph{Insgesamt soll uns die Kenntnis der klassischen (d.h. Kantischen) Wahrnehmungsphilosophie samt ›Schönheits-‹ und ›Kunst\-theorie‹, aber auch die ihrer Unzulänglichkeiten und der hierdurch abgeleiteten (oder erst noch abzuleitenden) Korrekturvorschläge}\qq\footnote{\emph{Z.B.}, dass alle Begriffe zugleich auch sinnlich und alle Anschauungen begrifflich (oder bloß begriffsähnlich, aber jederzeit logisch) sind.}\emph{, philosophischer Prüfstein und zusammen mit den eigenen, oben beschriebenen Quasi-Erfahrungen reiner Sichtbarkeit: ein sicherer Entscheidungsgrund für die Stichhaltigkeit existierender Theorien sein. -- Diesen gilt es umgekehrt aber auch erst einmal wieder, mittels noch stichhaltigerer Argumente, zu zerschlagen oder zumindest zu untergraben, wollte man z.B. die Begriffe wieder in ihre, den Erscheinungen prinzipiell übergeordnet gedachten Erkenntnissphären zurückversetzt sehen (ein Vergnügen jedoch, das nicht mehr uns, sondern anderen, zukünftigen, vielleicht noch glücklicheren Forschenden vergönnt sein mag)! -- Anders gesprochen entspricht das, was uns Kant (aber auch seine geistigen Nachfolger Peirce und Fiedler sowie der hierzu visuell anzuwendende, stets tiefgründigere Meister Eckhart) zu bieten vermag, einem mächtigen Rüstzeug, welches wir im nächsten Kapitel dringend benötigen werden, denn recht sonderbare Theorie-Gewächse warten ihrer Zerschlagung! Es gilt den Blick freizulegen auf das stets Unbekannte und letzte große Abenteuer der Menschheit, zu welchem sich aber immer nur jeder selbst aufmachen, dessen Gefahren und Freuden jeder nur selbst durchstehen und quasi-erfahren wird können und müssen, um zugleich Förderer aller Nachfolgenden zu werden!}} \end{document}