%Präambel \documentclass[11pt]{memoir} %memoir sei besser als scrbook \paperwidth=12.5cm %Seitenbreite \paperheight=19cm %Seitenhöhe % Schriftpakete für Linux Libertine \usepackage{libertine} % Linux Libertine O als Schriftfamilie \usepackage[libertine]{newtxmath} % Passende Mathematik-Schriftart und um Pfeile richtig darzustellen % Unterstützung für mehrsprachigen Text (Deutsch als Hauptsprache, Ukrainisch möglich) einschl. 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\newcommand{\qq}{\hspace{0.08em}} \newcommand{\yy}{\hspace{-0.08em}} \hyphenation{letzt-malig} \hyphenation{Moment-as-pekte} \hyphenation{ande-ren} \hyphenation{Gemüts-wirkung} \hyphenation{Bild-semantik} \hyphenation{Etwas} \hyphenation{Er-greifendste} \hyphenation{seine} \hyphenation{Sehmodus} \hyphenation{gelten} \hyphenation{Bild-universum} \hyphenation{Meta-physik} \hyphenation{werden} \hyphenation{können} \hyphenation{Nutzen} \hyphenation{neuer} \hyphenation{visu-eller} \hyphenation{Nichtdenken} \hyphenation{Zu-standekommen} \hyphenation{Anderer-seits} \hyphenation{Feuer-erleb-nissen} \hyphenation{hinter-gründige} \hyphenation{Spiel-erfahrung} \hyphenation{kompositions-bedingten} \hyphenation{Gefühls-regungen} \hyphenation{Unter-schied} %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%% ABB 1 + 2 %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%% \begin{document} %Verhinderung von Ein- oder Zwei-Zeilern auf neuen/alten Seiten: \clubpenalty=10000 % verhindert Absatzbeginn am Seitenende \widowpenalty=10000 % verhindert Absatzende auf neuer Seite % Seitenzahlen-Layout % Seitenzahlen-Layout \pagestyle{scrheadings} % Aktiviert Kopf- und Fußzeilen \clearpairofpagestyles % Löscht Standard-Kopf- und Fußzeilen \ofoot{\pagemark} % Seitenzahl außen platzieren \setlength{\footskip}{6.5mm} % WICHTIGER Abstand von Textbereich zur Fußzeile (Seitenzahl-Position) % Startseite und Seitenzahl \setlength{\parindent}{0em} % Kein Einrücken bei Absätzen \setcounter{page}{200} % Setzt die Start-Seitennummer \setcounter{footnote}{0} % Fußnotenzähler auf 0 setzen %%%%% EIGENTLICHER TEXT-BEGINN %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%% \textbf{2.2.\,\qq ›\qq Wie Bilder Sinn erzeugen‹\qq}\,\,\so{\textsc{(bildsemantik} {\scalefont{0.9}{\,I}}}\,\,) \par \vspace{+8pt} \setlength{\baselineskip}{0.98\baselineskip}{Im hier vorliegenden Kapitel soll nun endlich \so{zum Kern und eigentlichen Aufgabenfeld der neuen Wissenschaft der Sichtbarkeit} vorgedrungen werden (d.i. postmodernistische Bildwissenschaft).\footnote{Denn das eigentliche Ziel des wahrhaftigen Bildermachers (d.h. des ›bildenden Künstlers‹) ist nicht das bloße Sinnenspiel ($\to$ Bildsyntax), oder gar das bloße Erfüllen anderer, pseudo-sinnlicher Funktionen ($\to$ Bildpragmatik), sondern „sich auszudrücken`` (\qq\textsc{Natalija Cimbaljuk}), d.h. das eigene Erleben, seine Gefühle, Wünsche usw. in die Quasi-Sprache des Echtvisuellen zu ›übersetzen‹ bzw. von dieser alles ergreifenden Macht erfüllen zu lassen ($\to$ Bildsemantik). -- Und so waren alle bisherigen Kapitel, ja selbst die gesamte Propädeutik (zur Sinnlichkeit), eigentlich nur eine Hinführung zu diesem ›Etwas‹, das kein ›Etwas‹ mehr ist, zu diesem ›nichtigen Nichts‹, das zugleich doch in eine sinnstiftende Komposition gebracht werden will. -- In den beiden nun anstehenden Kapiteln (2.2 und 2.3) nähern wir uns mit großen (bzw. gar keinen) Schritten immer weiter dem an, was für uns das Unfassbarste und doch zutiefst\linebreak Ergreifendste bedeutet: dem Geheimnis aller (visuellen) Existenz ($\to$ Kap. 2.2) und des Lebens überhaupt ($\to$ Kap. 2.3).} Aufgrund der ›Tatsache‹, dass sich diese \so{nicht} auf visuelle Wahrnehmungsprodukte (als ihrer wissenschaftlichen Grundlage) beziehen kann (und darf), also im entzeichneten (genauer: formalen) Sehmodus operiert und forscht, alle ihre Ergebnisse vom bloßen Leser und Betrachter aber jederzeit -- mit Ausnahme vielleicht der ersten, originären Wirkung eines jeden Bildes auf den Betrachter\linebreak \mbox{({\hspace{+2.00pt}}›{\hspace{+2.00pt}}E{\hspace{+2.00pt}}r{\hspace{+2.00pt}}s{\hspace{+2.00pt}}t{\hspace{+2.00pt}}e{\hspace{+2.00pt}}r{\hspace{+2.00pt}}\, E{\hspace{+2.00pt}}i{\hspace{+2.00pt}}n{\hspace{+2.00pt}}d{\hspace{+2.00pt}}r{\hspace{+2.00pt}}u{\hspace{+2.00pt}}c{\hspace{+2.00pt}}k{\hspace{+2.00pt}}‹{\hspace{+2.00pt}})}\qq\footnote{Denn wer sich in praktischer Hinsicht jemals intensiver mit der sog. Inhaltsanalyse von Abbildern beschäftigt hat, der weiß, dass der unvermittelte, erste Bildeindruck und seine emotional bedingte Gesamtwirkung, als dem Augenblick weitgehender semiosphärischer Unbeeinflusstheit und beinaher Gestaltlosigkeit, ein wichtiger, wenn nicht gar der wichtigste Punkt in der ganzen ›Inhaltsanalyse‹ (eigentlich und beinahe: ›Inhaltssynthese‹) darstellt. Dass dies so ist, diese Wirkungsbetrachtung zugleich aber auch von vielen klassischen und modernen Bildanalysemethoden meist völlig unbeachtet (und somit auch unbedacht) übergangen wird (\emph{z.B.} bei Panofskys \emph{ikonographisch-ikonologischer Methode} oder selbst noch in der ganzen \emph{Abbildsemiotik}), zeigt erneut, dass mit den ihnen jeweils zugrundeliegenden Wahrnehmungsmodellen (ursprünglich: Kant) irgendetwas nicht stimmen kann (ja, dass sie dem eigentlichen Bilduniversum und seiner semantischen Wirkung völlig blind gegenüberstehen!).} -- nur im verzeichneten Sehmodus\linebreak rezipiert werden können, diese Wissenschaft jedoch nicht als}\linebreak \par \vspace{-13pt} \setlength{\baselineskip}{1.04\baselineskip}{Scheinwissenschaft (gleich der klassischen Metaphysik) gelten soll, muss hier zunächst eine Möglichkeit gefunden werden, wie sich ihre Ergebnisse in die semiosphärische Welt annäherungsweise vermitteln lassen (sodass die Rezipienten und potenziellen Bildwissenschaftler der Zukunft nicht bloß mit einer Handvoll Nichts aus den Diskussionen und Vorträgen herausgehen und sich zugleich fragen werden, weshalb man sich die Zeit mit solch einer Alberei vertun sollte). Anders gesprochen: Die\linebreak \mbox{F{\hspace{+0.26pt}}o{\hspace{+0.26pt}}r{\hspace{+0.26pt}}s{\hspace{+0.26pt}}c{\hspace{+0.26pt}}h{\hspace{+0.26pt}}u{\hspace{+0.26pt}}n{\hspace{+0.26pt}}g{\hspace{+0.26pt}}s{\hspace{+0.26pt}}e{\hspace{+0.26pt}}r{\hspace{+0.26pt}}g{\hspace{+0.26pt}}e{\hspace{+0.26pt}}b{\hspace{+0.26pt}}n{\hspace{+0.26pt}}i{\hspace{+0.26pt}}s{\hspace{+0.26pt}}s{\hspace{+0.26pt}}e{\hspace{+0.26pt}}\, ({\hspace{+0.26pt}}p{\hspace{+0.26pt}}o{\hspace{+0.26pt}}s{\hspace{+0.26pt}}t{\hspace{+0.26pt}}m{\hspace{+0.26pt}}o{\hspace{+0.26pt}}d{\hspace{+0.26pt}}e{\hspace{+0.26pt}}r{\hspace{+0.26pt}}n{\hspace{+0.26pt}}i{\hspace{+0.26pt}}s{\hspace{+0.26pt}}t{\hspace{+0.26pt}}i{\hspace{+0.26pt}}s{\hspace{+0.26pt}}c{\hspace{+0.26pt}}h{\hspace{+0.26pt}}e{\hspace{+0.26pt}}r{\hspace{+0.26pt}}\, B{\hspace{+0.26pt}}i{\hspace{+0.26pt}}l{\hspace{+0.26pt}}d{\hspace{+0.26pt}}f{\hspace{+0.26pt}}o{\hspace{+0.26pt}}r{\hspace{+0.26pt}}s{\hspace{+0.26pt}}c{\hspace{+0.26pt}}h{\hspace{+0.26pt}}u{\hspace{+0.26pt}}n{\hspace{+0.26pt}}g{\hspace{+0.26pt}})}\linebreak werden zwar nur mit einer kritisch-semiotisch agierenden Abbildwissenschaft bzw. mit den Fragestellungen und Ergebnissen derselben (d.i. Abbildsemantik I) als in direkter Beziehung gesetzt gedacht bzw. umschrieben werden können, sind aber im Grunde von gänzlich eigenständiger, weil nicht-semiosphärischer Natur und ›Bedeutung‹ getragen, sodass derselben Forschung sogar noch vollkommen unabhängig aller semiotischen Wissenschaft betrieben werden kann (wenngleich hieraus dann keine für diese nutzbaren Entdeckungen entspringen, sondern jene nur für die eigene, sichtbarkeits-komponierende Tätigkeit sinnstiftend sein können). Betrachtet man die Sachlage genauer, so kann man daher eigentlich gar nicht mehr von einer Wissenschaft (im Sinne einer logisch geregelten Erforschung samt Schaffung semiosphärischer Entitäten zwecks Anwendung derselben zu weiterführenden Semiosen), sondern vielmehr von einer \so{Metaphysik der Sichtbarkeit} sprechen. Diese Merkwürdigkeit, vielleicht sogar ungeheuerliche Anmaßung, jener neuen Wissenschaft wird sich im Vergleich zum hieran anschließenden Kapitel 2.3 (als der Bildsemantik Zweiter Teil: d.i.\, \mbox{\so{Mystik der Sichtbarkeit)}} aber zu einem bloßen\linebreak Nichts relativieren und so ihre Wissenschaftlichkeit und Methodik nachträglich wieder stärken helfen. Dennoch, oder gerade aus diesem Grunde, muss hier aber zuallererst noch schärfer zwischen der \emph{hiesigen} und der folgenden Bildsemantik unterschieden werden (d.h. Kap. 2.2 vs. 2.3; d.s. im Grunde \so{keine} unterscheidbaren Bildsemantiken, sondern vielmehr bloß zwei unterschiedliche Bildsemanti\so{kpragmatiken):}} \setlength{\baselineskip}{0.934\baselineskip}{ \mbox{I{\hspace{+0.39pt}}s{\hspace{+0.39pt}}t{\hspace{+0.39pt}}\, n{\hspace{+0.39pt}}ä{\hspace{+0.39pt}}m{\hspace{+0.39pt}}l{\hspace{+0.39pt}}i{\hspace{+0.39pt}}c{\hspace{+0.39pt}}h{\hspace{+0.39pt}}\, d{\hspace{+0.39pt}}i{\hspace{+0.39pt}}e{\hspace{+0.39pt}}\, \emph{h{\hspace{+0.39pt}}i{\hspace{+0.39pt}}e{\hspace{+0.39pt}}s{\hspace{+0.39pt}}i{\hspace{+0.39pt}}g{\hspace{+0.39pt}}e}\, ({\hspace{+0.39pt}}N{\hspace{+0.39pt}}r{\hspace{+0.39pt}}.{\hspace{+0.39pt}} I{\hspace{+0.39pt}}){\hspace{+0.39pt}},{\hspace{+0.39pt}}\, i{\hspace{+0.39pt}}n{\hspace{+0.39pt}}f{\hspace{+0.39pt}}o{\hspace{+0.39pt}}l{\hspace{+0.39pt}}g{\hspace{+0.39pt}}e\, e{\hspace{+0.39pt}}i{\hspace{+0.39pt}}n{\hspace{+0.39pt}}e{\hspace{+0.39pt}}s{\hspace{+0.39pt}}\, a{\hspace{+0.39pt}}n{\hspace{+0.39pt}}g{\hspace{+0.39pt}}e{\hspace{+0.39pt}}s{\hspace{+0.39pt}}t{\hspace{+0.39pt}}r{\hspace{+0.39pt}}e{\hspace{+0.39pt}}b{\hspace{+0.39pt}}t{\hspace{+0.39pt}}e{\hspace{+0.39pt}}n}\linebreak \so{Wechselspiels der Sehmodi,} in ihren ›Erkenntnissen‹ noch irgendwie umschreibbar (was zugleich die oben gesuchte Vermittlungsmöglichkeit bedeutet), so bleiben doch die der \emph{folgenden} (Nr. II), \so{gleich ewiger Geheimnisse, gänzlich unumschreibbar,} obgleich sich der \so{Nutzen} ihrer nicht-aisthetisch erforschten Sinngehalte keineswegs bloß auf die sichtbarkeits-komponierende Tätigkeit des jeweils Quasi-Erfahrenden beschränkt (ansonsten wäre sie nämlich bloß eine weitere, höchstverwerfliche Scheinwissenschaft und würden auch Menschen nicht, wenn sie auch nur ein einziges Mal in ihrem Leben einer solchen Einsicht teilhaftig wurden, hieraus einen solch \so{unermesslichen Nutzen für ihr gesamtes restliches Leben} ziehen können; vgl. \emph{z.B.} religiöse Propheten). Um sich aber noch deutlicher über die Differenz der Quasi-Aussagen beider ›Bildbedeutungsebenen‹ klar zu werden, stelle man sich vor, dass infolge der \so{bildpraktisch fundierten} Bildsemantik-Forschung (\emph{hiesiger} Art: Nr. I): die Gemütskräfte des Menschen in der Weise angeregt werden, dass sie zu \so{allerhand neuen}\linebreak \mbox{E{\hspace{+3.27pt}}i{\hspace{+3.27pt}}n{\hspace{+3.27pt}}s{\hspace{+3.27pt}}i{\hspace{+3.27pt}}c{\hspace{+3.27pt}}h{\hspace{+3.27pt}}t{\hspace{+3.27pt}}n{\hspace{+3.27pt}}a{\hspace{+3.27pt}}h{\hspace{+3.27pt}}m{\hspace{+3.27pt}}e{\hspace{+3.27pt}}n{\hspace{+3.27pt}}\,\, u{\hspace{+3.27pt}}n{\hspace{+3.27pt}}d{\hspace{+3.27pt}}\,\,\, I{\hspace{+3.27pt}}n{\hspace{+3.27pt}}t{\hspace{+3.27pt}}e{\hspace{+3.27pt}}r{\hspace{+3.27pt}}p{\hspace{+3.27pt}}r{\hspace{+3.27pt}}e{\hspace{+3.27pt}}t{\hspace{+3.27pt}}a{\hspace{+3.27pt}}t{\hspace{+3.27pt}}i{\hspace{+3.27pt}}o{\hspace{+3.27pt}}n{\hspace{+3.27pt}}e{\hspace{+3.27pt}}n}\linebreak \mbox{h{\hspace{+3.09pt}}i{\hspace{+3.09pt}}n{\hspace{+3.09pt}}s{\hspace{+3.09pt}}i{\hspace{+3.09pt}}c{\hspace{+3.09pt}}h{\hspace{+3.09pt}}t{\hspace{+3.09pt}}l{\hspace{+3.09pt}}i{\hspace{+3.09pt}}c{\hspace{+3.09pt}}h{\hspace{+3.09pt}}\,\,\, d{\hspace{+3.09pt}}e{\hspace{+3.09pt}}r{\hspace{+3.09pt}}\,\,\, B{\hspace{+3.09pt}}e{\hspace{+3.09pt}}d{\hspace{+3.09pt}}e{\hspace{+3.09pt}}u{\hspace{+3.09pt}}t{\hspace{+3.09pt}}u{\hspace{+3.09pt}}n{\hspace{+3.09pt}}g{\hspace{+3.09pt}}\,\,\, k{\hspace{+3.09pt}}o{\hspace{+3.09pt}}n{\hspace{+3.09pt}}k{\hspace{+3.09pt}}r{\hspace{+3.09pt}}e{\hspace{+3.09pt}}t{\hspace{+3.09pt}}e{\hspace{+3.09pt}}r}\linebreak \mbox{v{\hspace{+2.22pt}}i{\hspace{+2.22pt}}s{\hspace{+2.22pt}}u{\hspace{+2.22pt}}e{\hspace{+2.22pt}}l{\hspace{+2.22pt}}l{\hspace{+2.22pt}}e{\hspace{+2.22pt}}r{\hspace{+2.22pt}}\, G{\hspace{+2.22pt}}e{\hspace{+2.22pt}}b{\hspace{+2.22pt}}i{\hspace{+2.22pt}}l{\hspace{+2.22pt}}d{\hspace{+2.22pt}}e{\hspace{+2.22pt}}\, ({\hspace{+2.22pt}}d{\hspace{+2.22pt}}.{\hspace{+2.22pt}}h{\hspace{+2.22pt}}.{\hspace{+2.22pt}}\, v{\hspace{+2.22pt}}o{\hspace{+2.22pt}}n{\hspace{+2.22pt}}\,\, E{\hspace{+2.22pt}}i{\hspace{+2.22pt}}n{\hspace{+2.22pt}}z{\hspace{+2.22pt}}e{\hspace{+2.22pt}}l{\hspace{+2.22pt}}b{\hspace{+2.22pt}}i{\hspace{+2.22pt}}l{\hspace{+2.22pt}}d{\hspace{+2.22pt}}e{\hspace{+2.22pt}}r{\hspace{+2.22pt}}n{\hspace{+2.22pt}})}\,\footnote{Und so ist auch die ganze restliche Bildwissenschaft, gleich welcher Sektion, eigentlich eine \so{Wissenschaft des Einzelbildes} (denn alles andere sind bloß semiosphärische Vorstellungen); dies umschließt auch theatrale Bilder bzw. visuelle Bewegungshervorhebungen im Bildfeld (obgleich sich hier ziemlich bald eine zweitheitliche, gar semiosphärische Verquickung ergibt, so dass auch hier -- gleich im Auditiven -- nicht viel mehr als ein Augenblick von primär-sinnlicher Relevanz und Wirkung ist).}{\qq},\linebreak \mbox{a{\hspace{+3.43pt}}u{\hspace{+3.43pt}}c{\hspace{+3.43pt}}h{\hspace{+3.43pt}}\,\, u{\hspace{+3.43pt}}n{\hspace{+3.43pt}}d{\hspace{+3.43pt}}\,\, v{\hspace{+3.43pt}}o{\hspace{+3.43pt}}r{\hspace{+3.43pt}}\,\, a{\hspace{+3.43pt}}l{\hspace{+3.43pt}}l{\hspace{+3.43pt}}e{\hspace{+3.43pt}}m{\hspace{+3.43pt}}\,\, i{\hspace{+3.43pt}}m{\hspace{+3.43pt}}\,\, K{\hspace{+3.43pt}}o{\hspace{+3.43pt}}n{\hspace{+3.43pt}}t{\hspace{+3.43pt}}e{\hspace{+3.43pt}}x{\hspace{+3.43pt}}t{\hspace{+3.43pt}}\,\, i{\hspace{+3.43pt}}h{\hspace{+3.43pt}}r{\hspace{+3.43pt}}e{\hspace{+3.43pt}}r}\linebreak \so{Verzeichnungsweisen,} führen können; dass aber in der sich \so{zugleich ergebenden} Bildsemantik Nr. II:\linebreak die Gemütskräfte auch \so{mit sich selbst} in ein derart\linebreak freies und Sinn stiftendes Spiel gelangen können, dass sich hierdurch (gar noch nach Jahren) eine wahrhaft revolutionäre Überformung, nicht nur aller Kräfte, sondern des Wesens des Menschen selbst ereignen kann, sodass diese wie auch die ungeheure Wirkung desselben Ereignisses kaum mehr mit Worten umschrieben werden kann (vgl. \emph{z.B.} die großmeisterlichen Umschreibungsversuche Meister Eckharts für die auditive Semantik Nr. II im Zweiten Band der Propädeutik). Die methodische Gemeinsamkeit beider Bildbedeutungswissenschaften (Pragmatiken) findet sich im immer gleichen, methodischen Ausgangsmittel: eine sichtbarkeits-komponierende, äußere Tätigkeit bei gleichzeitiger Offenheit zur Möglichkeit eines freien, innerlich wie äußerlich schweigenden Spiels all unserer Kräfte. -- Dass wir den wahren Verhältnissen und Wirkungsweisen der Sichtbarkeit bis heute keinen Schritt (eher noch viele Rückschritte) näher gekommen sind, ist daher vor allem unserem eigenen Unvermögen (ja Unwillen!) geschuldet, genau zu jenem \so{produktiven Schweigen} überzugehen (S. XIII; 3); denn wir haben \so{nie gelernt: Schweigen als eine sinnvolle, ja sinnstiftende Tätigkeit aufzufassen,} denn\linebreak Schweigen bedeutet nicht ›Nichtreden‹ oder gar ›Nichtdenken‹, sondern verschafft vielmehr nicht-sprachlichen und später sogar noch selbst nicht-aisthetischen Vorgängen überhaupt erst Gehör bzw. die notwendige Aufmerksamkeit und Ruhe, um auf ihre eigene Art sprechen und verstanden werden zu können (S. 134f.). Ziel des \emph{hiesigen} Kapitels ist es daher zu zeigen, dass dieses ›Schweigen‹ (als das schweigende Spiel und gleichzeitige Betroffensein aller Gemütskräfte hin zu einem \so{quasi-erfahrbaren, alldurchdringenden ›Schweigen aller Dinge‹)} auch zur semantischen Auslegung, gar Auskleidung jeweiliger, bildpraktisch zu erforschender Sichtbarkeitsgebilde gewinnbringend angelegt werden kann und dass uns allein dieses (nach außen hin bildpraktisch erfolgende) ›Schweigen‹ gar zu echt-sinnlichen ›Erkenntnissen‹, ja selbst noch zu einer neuen Sprache hinsichtlich derselben zu verhelfen vermag.}\clearpage \begin{center} \bigsmallcaps{\bigsmallcaps{* * *}} \end{center} Die so-und-nicht-anders-komponierten-und-sich-verändernden \mbox{S{\hspace{+0.09pt}}i{\hspace{+0.09pt}}c{\hspace{+0.09pt}}h{\hspace{+0.09pt}}t{\hspace{+0.09pt}}b{\hspace{+0.09pt}}a{\hspace{+0.09pt}}r{\hspace{+0.09pt}}k{\hspace{+0.09pt}}e{\hspace{+0.09pt}}i{\hspace{+0.09pt}}t{\hspace{+0.09pt}}s{\hspace{+0.09pt}}g{\hspace{+0.09pt}}e{\hspace{+0.09pt}}b{\hspace{+0.09pt}}i{\hspace{+0.09pt}}l{\hspace{+0.09pt}}d{\hspace{+0.09pt}}e{\hspace{+0.09pt}},\, „{\hspace{+0.09pt}}d{\hspace{+0.09pt}}i{\hspace{+0.09pt}}e{\hspace{+0.09pt}}\, w{\hspace{+0.09pt}}i{\hspace{+0.09pt}}r{\hspace{+0.09pt}}k{\hspace{+0.09pt}}l{\hspace{+0.09pt}}i{\hspace{+0.09pt}}c{\hspace{+0.09pt}}h{\hspace{+0.09pt}}\, n{\hspace{+0.09pt}}u{\hspace{+0.09pt}}r{\hspace{+0.09pt}}\, a{\hspace{+0.09pt}}u{\hspace{+0.09pt}}f{\hspace{+0.09pt}}\, n{\hspace{+0.09pt}}i{\hspace{+0.09pt}}c{\hspace{+0.09pt}}h{\hspace{+0.09pt}}t{\hspace{+0.09pt}}s{\hspace{+0.09pt}}\, v{\hspace{+0.09pt}}e{\hspace{+0.09pt}}r{\hspace{+0.09pt}}w{\hspace{+0.09pt}}e{\hspace{+0.09pt}}i{\hspace{+0.09pt}}s{\hspace{+0.09pt}}e{\hspace{+0.09pt}}n}\linebreak außer auf sich selbst, können auch nicht Anlass einer Reflexion oder gar eines \so{sinnstiftenden} Diskurses über Bilder sein`` (Nöth 2005: 61, HV J.F.). Dies bedeutet aber kein Ende unserer diesbezüglichen Ambitionen, sondern verlangt lediglich nach einer anderen, potenziell nichtverzeichnenden, d.h. unmittelbar visuellen und zugleich schweigenden Tätigkeit, nämlich der uns \emph{z.B.} von Fiedler und Wölfflin nahegelegten Betätigung in sichtbarer Komposition, um unser Sehen bzgl. visueller Ganzheitlichkeit zu schulen, ja dieses hierdurch überhaupt erst zum Vorschein zu bringen. Eine solche, zunächst allein um sich selbst kreisende, niemals zu irgendeinem als endgültig verzeichenbaren Ziele hinführende, obgleich stets auch dem (überwesenden) Wesen, der Fortentwicklung und dem ›Glück‹ des jeweiligen Menschen verpflichtete Tätigkeit besitzt \so{Spielcharakter} (vgl. auch: Vorwort). Denn es war niemand Geringerer als Immanuel Kant (bzw. die korrigierte Position desselben), welcher postulierte, dass allein im Zustandekommen eines \so{lustfördernden freien Spiels} in der Rezeption eines hierzu komponierten oder bloß zufällig fähigen Sichtbarkeitsgebildes, im Modus des formalen Sehens betrachtet, die einzige Möglichkeit gegeben sei, zwischen den sinnlichen, geistigen und emotionalen Vermögen (Kräften) des Menschen zu vermitteln; in dessen Nachfolge erklärte dann Friedrich Schiller (in der Korrekturfassung der Aussagen desselben) jenes Spiel nicht nur „zum Kern \sout{ästhetischer} {[}sinnlich-semiosphärisch ganzheitlicher; J.F.{]} Bildung`` (Wetzel 2003: 578; vgl. dieselbe 2005: 63f.), sondern gleichfalls zum Charakteristikum des Menschseins überhaupt: „unter allen Zuständen des Menschen {[}ist es{]} gerade das Spiel und \so{nur} das Spiel, was ihn vollständig macht, und seine doppelte Natur auf einmal entfaltet`` bzw. „der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und \so{er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt``} (Schiller 1958: V, 371ff., HV i.O.). Johan Huizinga bestimmte Mitte des 20. Jh. das Wesen des Spiels dahingehend, dass sich ein Spiel einzig über den eigentlichen Vorgang des Gespieltwerdens konstituiere, dieselbe Handlung zudem stets zeitlich begrenzt, also immer über einen Anfang und Schluss verfüge, und die spielende Tätigkeit selbst in großer Dynamik und Bewegung begriffen sei; letztere verhalte sich aber dennoch nicht vollkommen chaotisch, gar absolut frei, sondern verfolge in ihrer Art des Verknüpft- und Gelöstwerdens immer auch, dem Prinzip der Abwechslung verpflichtet, die Zielsetzung der Erlangung einer neuen „geistige{[}n{]} Schöpfung`` oder eines ebenso innovativen „geistige{[}n{]} Schatz{[}es{]}``, welche nach Beendigung des Spiels „in der Erinnerung haften`` bliebe und jederzeit zur Wiederholung oder Wiederaufnahme eines Spiels motivieren könne, sodass zum Wesen des Spiels auch die „Wiederholbarkeit`` desselben gehöre (vgl. Huizinga 1962: 17). \par \mbox{ } \emph{Den einzigen Zugang in jene Sichtbarkeitswelt und ihre emotional\linebreak bedingte Semantik (Nr. I u. II) vermag allein eine} \so{\emph{spielerisch}}\linebreak \so{\emph{agierende,}} \emph{sichtbarkeits-komponierende Tätigkeit des diesbezüglich forschenden Menschen (und für diesen allein gültig) zu verschaffen. Des Weiteren ermöglicht dieses freie Spiel (an welchem alle Gemütskräfte des in dieser Weise Tätigen beteiligt sind) in jener, allen anderen (nicht derart tätigen) Menschen unzugänglichen Welt ›etwas‹ zu ›erfahren‹, geradezu ›etwas‹ zu} \so{\emph{›lernen‹,}} \emph{dass der in dieser Weise tätig Gewordene nach Beendigung desselben Spiels einen} \so{\emph{›geistigen Schatz‹}} \emph{derselben Quasi-Erfahrung zurückbehält, welcher auch nicht anders als über eine solche Tätigkeit zu erlangen ist und in gleicherweise nicht-begriffliche (nicht-aisthetische) Selbsterkenntnis (}$\to$ \emph{Nr. II) als auch unbeschreibliche Bedeutungseinsicht bzgl. eines jeweiligen, obgleich nun verzeichneten Sichtbarkeitsgebildes (}$\to$ \emph{Nr. I) beinhaltet. --} Aber auch jedes Spiel, welches aus sich selbst heraus, d.h. im Vorgang des Spielens, Interesse oder Lust hervorzubringen vermag, benötigt dennoch Regeln, um überhaupt gespielt werden zu können: \newpage \begin{rightquote}{\scalefont{0.85}{„Jedes Spiel hat seine eigenen Regeln. Sie bestimmen, was innerhalb der zeitweiligen Welt, die es herausgetrennt hat, gelten soll. Die Regeln eines Spiels sind unbedingt bindend und dulden keinen Zweifel. {[}...{]} Sobald die Regeln übertreten werden, stürzt die Spielwelt zusammen. Dann ist es aus mit dem Spiel. Die Pfeife des Schiedsrichters {[}d.i. \emph{hier:} eine Verzeichnungstätigkeit; J.F.{]} hebt den Bann auf und setzt die gewöhnliche Welt für einen {[}bzw. \emph{hier:} in einem; J.F.{]} Augenblick wieder in Gang.`` (Huizinga 1962: 18)}} \end{rightquote} \par \vspace{+19pt} Die Hauptregel hinsichtlich jener, bloß spielerisch agierenden, sichtbar\-keitskomponierenden Tätigkeiten wird uns bereits von Kant an die Hand gegeben (d.i. die \so{›Kontrast-Spiel-Regel‹,} S. 55ff.); dennoch, oder gerade deshalb, dreht sich das Spiel der Sichtbarkeits-Komposition gleichfalls um „eine freie Handlung {[}...{]}, an die kein materielles Interesse geknüpft ist und mit der kein Nutzen erworben wird`` (Huizinga 1962: 20); kurzum: es muss in diesem Spiel alles dafür getan werden, dass der Modus des formalen Sehens für den jeweils Tätigen erreichbar bzw. erhalten bleibt, ohne dass in diesem Vorgang die hierfür als notwendig erachtete Freiheit bzw. Offenheit verloren geht bzw. diese in eine semiosphärisch zielgerichtete Handlung übergeht, die dann sogleich den Weg in die Sinneswelt verschließt.\footnote{Dies ist selbst dann bereits der Fall, wenn in der Sichtbarkeitsproduktion oder -rezeption die obige Grundregel visueller Gestaltung letztendlich doch bloß als das die jeweilige Kompositionstätigkeit führende bzw. der erblickten Bildkomposition zugrundeliegende Prinzip erkannt wird; hierbei wird nämlich nicht nur in den verzeichnenden Sehmodus gewechselt, sondern auch das jeweilige Sichtbarkeitsgebilde als nicht mehr (oder noch nicht) intersubjektiv lustfördernd zweckmäßig erkannt bzw. auch so erlebt: denn erst wenn jene ›Kontrast-Spiel-Regel‹ so eingesetzt wurde, dass sie einerseits einem Sinnesgebilde zu einer der stärksten Spielwirkungen überhaupt verhilft (hinsichtlich aller menschlichen Gemütsvermögen $\to$ Nr. II), hierin aber andererseits niemals selbst entdeckt wird bzw. das formale Spiel behindert oder gar unterbricht, kann ein Sichtbarkeitsgebilde potenziell als intersubjektiv lustfördernd und somit als trans-kantisch ›schön‹ bezeichnet werden (letztere Aussage ist bereits vorgreifend und umschreibt die wichtigste Bedingung zur Eröffnung von Bildsemantik Nr. II)!} \clearpage \setlength{\baselineskip}{1.03\baselineskip}{ \emph{Muss aber deswegen die nichtverzeichenbare, emotional bedingte Semantik eines Bildes als absolut unumschreibbar gelten?} -- Zum einen müssen wir uns zwar eingestehen, dass ein ›sinnstiftender Diskurs über Bilder‹ und ihre Semantik ($\to$ Nr. I) allein als ein \so{›Diskurs \textbf{in} Bildern‹} (Otto 1987: 21; HV J.F.), d.h. selbst bloß als spielerisch handelnde, sichtbarkeits-komponierende und grundsätzlich nicht unmittelbar in Worte zu fassende Tätigkeit zu realisieren ist; auf der anderen Seite bewirkt aber vielleicht auch ein \so{im Spiele dieser Tätigkeit stetig vollzogener, bewusster Wechsel zwischen der obigen Regelgemäßheit und dem Regelbruch, d.h. dem Zusammenspiel von sinnlichem Selbstbezug und pseudo-sinnlicher Semiose} (S. 138ff.): im Ergebnis ein Zustandekommen von Wechselwirkungen und Assoziationen zwischen den hierin gewonnenen Quasi-Erfahrungen (d.h. jenem ›geistigen Schatz‹) und bestimmten Begriffen. Dieselben, allein über die Vorgänge und Quasi-Erfahrungen solcherart Tätigkeiten definierten Begriffe vermögen letztendlich zwar nur von Sichtbares komponierenden Tätigen vollkommen verstanden zu werden, bieten uns aber dennoch die Möglichkeit einer \so{quasi-}{\linebreak}\so{verbalen Kommunikation} über die eigentlich unverzeichenbaren Inhalte sichtbarer Gefüge ($\to$ Nr. I) und dies sogar noch im Kontext ihrer pseudo-sinnlichen Verzeichnungsweisen (d.i. ein Versuch einer vermittelten Verbindung zwischen Bildsemantik Nr. I und der jeweiligen Abbildsemantik usw.)! Im vorliegenden Kapitel muss daher zugleich auch anstehen: eine \so{praktische} Erprobung und Verwirklichung dieses Konzepts (der Bedeutungsauslegung von Sichtbarkeits-Kompositionen im Kontext ihrer Verzeichnungsmöglichkeiten mittels Sehmodiwechsel). Hierfür werden wir -- wie bereits angekündigt -- auf Max Imdahls Methode der ›Ikonik‹ zurück (vgl. Kap. 1.2.2.4) und exemplarisch auf seine Ergebnisse hinsichtlich der ›Gefangennahme Christi‹ von Giotto (vgl. Tafel II) zu sprechen kommen müssen; im Anschluss daran werden wir diese einer kritischen Prüfung unterziehen und wenn nötig Vorschläge zur Verbesserung und Erweiterung derselben Untersuchungsergebnisse und ihrer Methodik unterbreiten.} \setlength{\baselineskip}{0.96\baselineskip}{ Zunächst aber muss hier an die diesbezüglich wichtigste aller\linebreak F{\hspace{-0.2pt}}r{\hspace{-0.2pt}}a{\hspace{-0.2pt}}g{\hspace{-0.2pt}}e{\hspace{-0.2pt}}n{\hspace{-0.2pt}} ü{\hspace{-0.2pt}}b{\hspace{-0.2pt}}e{\hspace{-0.2pt}}r{\hspace{-0.2pt}}h{\hspace{-0.2pt}}a{\hspace{-0.2pt}}u{\hspace{-0.2pt}}p{\hspace{-0.2pt}}t{\hspace{-0.2pt}} e{\hspace{-0.2pt}}r{\hspace{-0.2pt}}i{\hspace{-0.2pt}}n{\hspace{-0.2pt}}n{\hspace{-0.2pt}}e{\hspace{-0.2pt}}r{\hspace{-0.2pt}}t{\hspace{-0.2pt}} w{\hspace{-0.2pt}}e{\hspace{-0.2pt}}r{\hspace{-0.2pt}}d{\hspace{-0.2pt}}e{\hspace{-0.2pt}}n:{\hspace{-0.2pt}} \emph{Warum{\hspace{-0.2pt}} komponiert{\hspace{-0.2pt}} der{\hspace{-0.2pt}} Mensch}\linebreak \so{\emph{überhaupt}} \emph{freispielend Sichtbarkeit, wenn ihm doch gar kein äußerlicher (d.h. außervisueller) Nutzen davon zu erwarten ist? -- Antwort: Der Mensch komponiert Sichtbarkeit, Hörbarkeit etc., weil ihm diese Tätigkeit im freien Spiel „für sich selbst angenehm ist`` (KdU: A 173); der eigentliche Grund und Sinn seiner diesbezüglichen Tätigkeit ist somit die Lust, ja das große Vergnügen, welches er im Vorgang derselben Tätigkeit verspürt (oder erst noch verspüren wird), die ihn letztlich vollkommen erfüllen und ihm sogar\linebreak einziger, sinnstiftender Lebenszweck und erster Existenzgrund überhaupt werden kann}.\footnote{„Dient das Malen nicht vor allem dem eigenen Vergnügen und um sich hierin auszudrücken?{}`` (Frießem) --- „Nein, das ist nicht wahr! Die Malerei (sichtbarkeits-komponierende Tätigkeit) ist (mir) so wichtig wie das Atmen selbst! Kannst du etwa leben ohne zu atmen?{}`` (\qq\textsc{Natalija Cimbaljuk}\qq)\qq.} \emph{Dieses Lust-, aber auch Unlustempfinden im Vorgang des tätigen Sehens ist die allgemeine Bedingung zur Begründung einer Semantik des Bildes (Nr. I und II); auf Grundlage dieser jeweiligen Gefühlsregungen im Anblick eines ›so und nicht anders komponierten und sich verändernden‹ Bildes gründet sich (in Abhängigkeit eigener sichtbarkeits-komponierender Spielerfahrung) eine hierzu quasi-proportionale ›so und nicht anders geartete‹ Semantik (Nr. I); allein im Wechselspiel von Verzeichnungstätigkeit und ganzheitlicher Qualia-Kompositionswirkung vermag sich dann jene mit der jeweiligen Abbildsemantik, wie auch anderer logischer Erkenntnis, in eine erkenntnisreiche Quasi-Beziehung zu setzen.}\footnote{\so{Quasi-}proportional deshalb, weil \so{diese} Bildsemantik (Nr. I) -- ganz streng genommen -- nur für den jeweiligen Betrachter bzw. genauer: für\linebreak visuell Tätigkeitserfahrene gültig ist. Im weiteren Sinne können die Ergebnisse derselben (gerade im Rahmen eigener bildpraktischer Auslegungs\-versuche) dann aber auch, d.h. im Falle ähnlicher Umwelt- und Gesellschaftseinflüsse\linebreak (\emph{z.B.} Rot = Wärmeempfindung, aufgrund von \emph{z.B.} Glut- und Feuererlebnissen; gemäß der Leitidee: ›Unsere Psyche wird durch unsere Umwelt geprägt‹\linebreak bzw.: weil letztere Sinnesempfindungen in uns stets ähnlich spontane,\linebreak jedenfalls vorgeprägte Gefühlsreaktionen hervorrufen), bei anderen Bild-Betrachtern eine Gültigkeit, ja einen Wert besitzen und auch hier eine ganz ähnliche (hintergründige, d.h. zweitheits-bedingte) ›Bild-Semantik‹ bewirken\linebreak ($\to$ Bildausdruck). ― \so{Andererseits} setzt aber auch jede einzelne, emotionale Wirkung diskontinualer Qualia eine mehrfache Semiose (sinnliche Analyse) voraus; in der eigentlichen Bildsemantik (Nr. I und II) können hingegen natürlich niemals einzelne Sinnesempfindungen für die Gefühlsregungen verantwortlich gemacht werden (weil durch echte Sinnlichkeit bzw. deren ›Form‹ affiziert), sondern nur die jeweilige, visuelle Ganzheitskomposition selbst (d.i. das formale \so{Wirkungszusammenspiel} aller beteiligten Qualia). ― Dies ist kein Fehler, sondern der große, unbegreifliche Unterschied zwischen dem bloßen \so{Vermitteltsein} der Bildsemantik Nr. I (d.i. ihr jeweiliger, semiosphärischer Gestaltungsversuch) und der tatsächlich \so{unvermittbaren und kompositionsbedingten (deshalb zugleich auch inter-subjektiven) Bild-Bedeutungseinsicht (Nr. I und II).} Vielleicht kann dies\linebreak noch einmal der folgende (hier abermals zitierte) Eckhartsche Ausruf am besten verdeutlichen (und unseren Geist zugleich an seine Grenzen führen):\linebreak \so{›O grundlos tiefer Abgrund, in deiner} \uuline{T\,\,i\,\,e\,\,f\,\,e}\, \so{bist du} \underline{h\,\,o\,\,c\,\,h}\,\so{, in deiner} \underline{H\,\,ö\,\,h\,\,e}\so{ }\uuline{t\,\,i\,\,e\,\,f} \so{{[}bzw.: in deiner\linebreak ›\,}\underline{S\,\,e\,\,m\,\,a\,\,n\,\,t\,\,i\,\,k}\,\,\so{‹ bist du ›\,}\uuline{s\,\,y\,\,n\,\,t\,\,a\,\,k\,\,t\,\,i\,\,s\,\,c\,\,h}\,\,\so{‹, in deiner ›\,}\uuline{S\,\,y\,\,n\,\,t\,\,a\,\,x}\,\,\so{‹ bist du ›\,}\underline{s\,\,e\,\,m\,\,a\,\,n\,\,t\,\,i\,\,s\,\,c\,\,h}\,\,\so{‹{]}!‹ (S. 135) --- D.i. das eigentliche Geheimnis des} \uuline{f\,\,o\,\,r\,\,m\,\,a\,\,l\,\,e\,\,n}\so{ }\underline{S\,\,e\,\,h\,\,e\,\,n\,\,s}\,\,\so{!}\linebreak} Die Fragen an die Bildsemantik (Nr. I) dürfen aber nicht einfach lauten: ›Welche emotional bedingte, kognitiv assoziierte Bedeutung besitzt eine so und so komponierte Sichtbarkeit?‹, sondern müssen ganz anderes formuliert und verstanden werden: ›Warum wirkt ein Bild so wie es wirkt; was \so{genau} bringt das Interesse und die Lust im Spiel mit demselben hervor?‹ usw. -- Diese Fragen lassen sich nicht einfach aus logischen Schlussfolgerungen, sondern nur aus der freispielenden (d.h. ungezwungenen), sichtbarkeits-komponierenden Tätigkeit selbst ableiten, sind zudem der \so{Schlüssel zum Verständnis aller sichtbarkeitsbedingten Wirkungen bzw. Ausdrucksqualitäten} und besitzen somit nicht nur für die Bildsemantik (Nr. I), wie auch Abbildsemantik, höchsten Erkenntniswert, sondern fördern in ihrer Antwort und im Rahmen der bildpraktisch vollzogenen, ›sichtbarkeitsanalytischen‹ Tätigkeit sogar noch selbst das Erkennen des formalen Sehmodus (vgl. Kap. 3.3).} \newpage *** DIESE SEITE MANUELL LÖSCHEN!!! DIESE SEITE MANUELL LÖSCHEN!!! \end{document}