%Präambel \documentclass[11pt]{memoir} %memoir sei besser als scrbook \paperwidth=12.5cm %Seitenbreite \paperheight=19cm %Seitenhöhe \usepackage{textcase} % Neuer Kapitälchen-Befehl für Small Caps inklusive Großbuchstaben \newcommand{\smallcaps}[1]{\textsc{\MakeTextLowercase{#1}}} \usepackage{scalefnt} % Ermöglicht Skalierung mit \scalefont{} % Neuer Befehl: Nur Small Caps um 2 pt größer machen \newcommand{\bigsmallcaps}[1]{{\scalefont{1.2}\textsc{#1}}} % Fußnoten-Pakete \usepackage{footmisc} % Erweitert Fußnoten \usepackage{bigfoot} % Zerlegt große Fußnoten automatisch \usepackage{manyfoot} %normal-breites Durchstreichen von Worten \usepackage[normalem]{ulem} \usepackage{libertine} %Schriftart ist Linux Libertine; mit [otf] vor der geschweiften Klammer aktiviert man zudem die Mediävalziffern...diese finde ich aber hässlich und will sie nicht! \usepackage[libertine]{newtxmath} %Um Pfeile richtig darzustellen %dt.Rechtschreibung und Silbentrennung \usepackage[english,ngerman]{babel} %zur Darstelllung von französischen Anführungszeichen \usepackage[T1]{fontenc} %Griechische Buchstaben im Text, einfach mit libreWriter schreiben und gut ist \usepackage{textgreek} %für dt. 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Ausgabe auf 2 Seiten \usepackage[series={A},noend,noeledsec,noledgroup]{reledmac} \usepackage{reledpar} %für deutsche Spezial-Strich-Zeichen \usepackage{newunicodechar} %Dies würde den Text immer vollkommen von oben nach unten füllen \flushbottom \setlength{\skip\footins}{7pt} % Reduziert den Abstand zwischen Haupttext und Fußnoten \setlength{\parskip}{0pt} % Kein Abstand zwischen Absätzen %Lange Spezial-Worte, die häufig und an besonderer Stelle falsch oder unschön getrennt werden \hyphenation{voll-kom-mene} \hyphenation{Vieler} \hyphenation{Wissens-ge-sell-schaften} \hyphenation{Thea-ter-ge-schichte} \hyphenation{ergrün-de-ten} \hyphenation{forschen-den} \hyphenation{alle} \hyphenation{Bild-wissen-schaft} \hyphenation{Bild-didak-tik} \hyphenation{allein} \hyphenation{etwa} \hyphenation{Lehren-den} \hyphenation{unver-äußer-lichen} \hyphenation{Sehens} \hyphenation{Kleine} \hyphenation{ohne} \hyphenation{Menschen} \begin{document} % Seitenzahlen-Layout \pagestyle{scrheadings} % Aktiviert Kopf- und Fußzeilen \clearpairofpagestyles % Löscht Standard-Kopf- und Fußzeilen \ofoot{\pagemark} % Seitenzahl außen platzieren \setlength{\footskip}{0.59cm} % WICHTIGER Abstand von Textbereich zur Fußzeile (Seitenzahl-Position) % Startseite und Seitenzahl \setcounter{page}{257} % Setzt die Start-Seitennummer \setlength{\parindent}{0em} % Kein Einrücken bei Absätzen \begin{center} \textbf{3.2.\\ \mbox{Die drei Erkenntnisebenen} \mbox{visuellen Lernens und Lehrens}}\end{center} \par \vspace{-9.6pt} % geht hier nicht anders, weil sonst die Fußnote springt! \setlength{\baselineskip}{1.02\baselineskip}{ Von welchen Voraussetzungen und Bedingungen bzgl. sich selbst, aber auch mit Blick auf die eigene Schülerschaft (Lernende),\linebreak kann ein zur Praxisvermittlung menschlicher Sichtbarkeit sowie ›Macht‹ derselben veranlasster Mensch, in der Rolle des ›Lehrenden‹, ausgehen? In welchem Verhältnis stehen seine Schüler heute% \footnote{Damit ist der gegenwärtige kulturelle und soziale bzw. gesamtgesellschaftliche Zustand gemeint, unter dessen Bedingungen jeder Mensch sozialisiert ist bzw. wird: die jeweilige Setzung bestimmt dann die allgemeine Verhältnisbildung zwischen sinnlichen, geistigen und emotionalen Vermögen, d.h. insb. auch in Bezug auf den Umgang mit eigenen, visuellen Sinnesprodukten (zum aktuellen Verhältnis: vgl. % \emph{z.B.} das Vorwort u. Kap. 3.1); denn jeder Mensch besitzt von Geburt an einen mehr oder weniger großen Zugang zum Bild, wie zum Abbild, und somit auch eine allgemeine Offenheit für obige, stets vorhandene, weil notwendige Einflüsse.} (vor allem für das gereifte Originalitätsalter zwischen 20 und 25 Jahren betrachtet, aber auch noch für spätere Jahrgänge\linebreak mitgedacht) zu ihren eigenen Sinnesprodukten (\emph{hier}: Sichtbarkeitsgefügen), wenn die echt-visuelle Erziehung beginnt bzw. beginnen sollte? -- \emph{Ziel bleibt hierin zunächst}: \emph{eine den eigenen,\linebreak visuellen Sinnesprodukten gemäße innere Haltung (vgl. Propädeutik II: Meister Eckhart u. Kap. 2.3), ob im Sehen, Fühlen oder Denken, einzunehmen und vermittels spielerisch agierender (vgl. Kap. 2.2), sichtbarkeits-komponierender Tätigkeiten das ›Haus der Verwendungsweisen von Sichtbarkeit‹ (vgl. Anhang: ›Drei-Welten-Modell‹) von jedem Menschen zunächst einmal für sich selbst errichten, oder besser: begehen und erfahren zu lassen, um letztendlich zum entzeichneten, gar formalen Sehmodus hinab- bzw. hinaufzugelangen (vgl. Kap. 3.1).} Denn gerade in den aktuellen oder bloß erst zukünftigen, hochspezialisierten und allein auf die als dinglich verzeichnete ›Außenwelt‹ hin orientierten Gesellschaften (›Wissensgesellschaften‹) wird dem Menschen jeder Zugang zur Welt der Bilder zunehmend, meist sogar gänzlich abgeschnitten und das visuelle Denkverhalten alleinig auf einen abbildpragmatischen Kurs gelenkt (vgl. \emph{z.B.} die Idee der ›Visualisierung von Wissen‹) bzw. auf diesbezügliches ›Fehlverhalten‹ vehement eingewirkt (vor allem auch seitens der Werbe- und Konsumindustrie).\linebreak Auch im visuellen ›Anfangsunterricht‹ findet man dieses konditionierte Schülerbedürfnis nach mannigfaltigen Verzeichnungsweisen visueller Gebilde (einschließlich seiner drittheitlichen Funktionen: suggestiv, sachlich, appellativ); wobei auch hier immer schon Fragen der Abbildsyntax (\emph{z.B.} ›Wie zeichne ich dieses oder jenes?‹), d.h. der Perspektive, Proportion \emph{z.B.} des\linebreak Menschen etc., wie auch manchmal bereits Fragen zur allgemein ausdrucksbezogenen Sichtbarkeitsgestaltung entstehen können. Auf die Relevanz bzgl. jeweiliger oder angestrebter Sichtbarkeitskompositionen, selbst noch in Bezug auf die ›Gesamtaussage‹ des verzeichneten Sichtbarkeitsgefüges, kann vielen Schülern hingegen nur ganz allmählich und allein über die eigenschöpferische Tätigkeit bekannter Art aufmerksam gemacht werden. Es sei daher nochmals darauf hingewiesen, dass eigentlich erst bei vollkommener Reife überhaupt ein klarer, willentlich bedingter und vor allem auch sinnträchtiger Übergang in jenes Sichtbarkeitsuniversum möglich erscheint; ohne jedoch eine vorausgehende Förderung und Forderung eines \so{grundlegenden Interesses} hinsichtlich bildpraktischer Tätigkeit und Reflexion derselben und ihrer Produkte (sinnvoll vielleicht auch schon innerhalb der Kindheits- und Jugendphase; vgl. jedoch Kap. 3.1) würde jene spätere ›Erkenntnismöglichkeit‹ aber in weite Ferne\linebreak rücken oder sich gar der Türspalt (d.h. nach dem Ende der Originalitätsphase, etwa ab dem 26. Lebensjahr) in jene Welt gar für immer schließen (und der Mensch sodann sein Lebtag lang bloß als Schatten seiner eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten durch das von ihm selbst erzeugte Universum umherirren und dabei gar zu den irrwitzigsten Meinungen und Handlungen hinsichtlich desselben wie auch seines systementropie-bedingten Wahrnehmungsendes, \mbox{d.i. der \so{Tod,} gelangen).}} \par Was für den ›Schüler‹ gilt, hat in nicht minderem Maße für den bloß angehenden ›Bilddidaktiker‹ zu gelten: denn auch dieser\linebreak ist Teil der Gesellschaft, welcher auch seine ›Schüler‹ angehören, besitzt zudem meist noch viel größere Bekanntschaft mit den Möglichkeiten und Anforderungen derselben, befindet sich also, unter der Voraussetzung keine hinreichende oder gar keine eigene sichtbarkeits-komponierende Tätigkeit erfahren zu haben, noch sehr viel tiefer in abbildpragmatischen Gefilden. In diesem Falle verwenden ›Schüler‹, wie ihre vermeintlich ›Lehrenden‹, ihre eigenen Sinnesprodukte somit vor allem, gar ausschließlich als ›Elementarteilchen der Erkenntnis‹ und betrachten diese im Unterricht, oder wo auch immer, jederzeit als ›Abbildkommunikationsmittel‹ (vgl. Kap. 1.2.2.1f.). Diese Verwendungsweise eigener Sinnesschöpfungen steht (entgegen der Meinung Vieler) aber lediglich am untersten Ende jeder visuellen Erkenntnis: man verbleibt hierbei in der Knechtschaft der eigenen Verzeichnungen und Wirkungen derselben (d.h. man betrachtet sich selbst und seine Sinnesprodukte jederzeit bloß als Mittel, niemals aber als Ausgangspunkt für eigene, gar revolutionäre Denk- und Handlungsweisen). Über die ›Existenz‹, das (überwesende) Wesen und die uns stets ergreifende Macht der ihnen jeweils zugrundliegenden Sinnlichkeitsgefüge herrscht hingegen vollkommene Unklarheit, gar völlige Unkenntnis. Zur Bezeichnung dieses vollkommen sinnlichkeitsunreflektierten und -funktionalisierten Zustandes, in welchem sich die allermeisten Menschen schon seit langer Zeit befinden, ziehen wir eine präfixierte Begrifflichkeit des amerikanischen ›Kunstkritikers‹ Clement Greenberg heran: \mbox{\so{›Prä-Modernismus‹}}{\hspace{+0.1pt}} \footnote{\emph{Zur Begriffsherleitung}: Greenberg versteht die ›künstlerische Moderne‹ nicht etwa nur als eine bestimmte Epoche in der ›Geschichte der Kunst‹, sondern auch als eine Aufgabe bzw. Forschungsbewegung: die ureigensten, unveräußerlichen Elemente einer jeden ›Kunstgattung‹, d.h. der ›Malerei‹, ›Bildhauerei‹, ›Architektur‹ usw., mit ›künstlerischen Mitteln‹ zu ergründen bzw. diesbezüglich ›selbstkritisch‹ (vgl. Greenberg 1997: 265ff., 331) zu werden, um letztendlich zur „Reinheit``, ja zur „Selbstdefinition`` einer jeweiligen ›Kunstgattung‹ zu gelangen (vgl. ebd.: 267); in diesem Verständnis bzw. im Vorliegen eines solchen Falles ›bildkünstlerischer‹ Haltung und Reflexion spricht Greenberg nicht von ›Moderne‹ obiger Art, sondern vom sog. \mbox{\so{›Modernismus‹.}} -- Dieser Begriff soll \emph{hier} nun auch auf die \emph{hiesigen} drei möglichen visuellen Erkenntnisstufen angewendet werden, wobei die erstere derselben, d.i. der \mbox{\so{›Prä-Modernismus‹,}} eine \so{noch nicht selbstkritische Haltung} bezüglich der eigenen (verzeichneten) Sinnesprodukte \mbox{bedeutet.}% } % d.i. die niedrigste aller \mbox{visuellen Erkenntnisstufen.} \setlength{\baselineskip}{0.985\baselineskip}{ Auf die nächsthöhere Ebene, jene des \so{›Modernismus‹{\hspace{+1pt}}\textsuperscript{2},} gelangt man bereits durch ein bloß begrifflich (\emph{allgemein}: pseudo-sinnlich) fundiertes Studium, \emph{z.B.} der klassischen Wahrnehmungsphilosophie Immanuel Kants (d.i. \emph{nach Greenberg}: \so{der erste Modernist);} dieses Vorgehen entspricht allerdings nur einem ersten Schritt auf diesem neuen, für einen selbst aber zugleich auch fremden Gebiet, dessen Ausdehnung für jedermann anders ausfällt und deshalb von niemandem, gar für alle Menschen gültig, ermessen werden kann, weshalb auch das Erreichen einer gar noch höheren Stufe stets angezweifelt werden \so{muss.} Nach Eintritt in die modernistische Phase des hierum jeweils Bemühten: vermag das eigene Fortkommen nun aber weder durch ein ›Mehr‹ an begrifflicher noch irgendeiner anderen logischen Erkenntnis erzielt oder gar beschleunigt zu werden. Spätestens an dieser Stelle (natürlich aber auch schon in allen anderen, bloß prämodernistischen Gemütszuständen) beginnt nämlich nicht nur der \so{›Irrgarten des Modernismus‹,} sondern zugleich und gerade auch deshalb: das Aufgabenfeld des echt-sinnlichen Bilddidaktikers. Dort nämlich, wo der Mensch (obiger Offenheit und Willensstärke) auf der Suche nach einer ihm angemesseneren (d.h. sinnlich, geistig und nicht zuletzt emotional empfindsameren) Haltung gegenüber seinen eigenen Sinneseindrücken in sein ganz eigenes Sinnlichkeits- und Selbsterkenntnis-Labyrinth eintritt, kann ihm ein bereits eines erfolgreichen Weges Kundiger, d.i. ›Lehrer des Visuellen‹ (und des Menschen i.e.S.), auf dessen eigenem Weg versuchen zu begleiten bzw. beratend zur Seite zu stehen (zu Mehr ist aber auch selbst der echt-sinnliche Bilddidaktiker nicht imstande, da ein möglicher Übergang auch und vor allem einer intensiv inneren Tätigkeit bedarf $\to$ Meister Eckhart). Dieser muss ihm vor allem auch auf die \so{emotionalen Aspekte} bzw. psychisch bedingten Wirkungen seines Sehens aufmerksam machen, d.h. ihm \emph{z.B.} zeigen, dass das ›visuell Kleine‹ keine geringere Bedeutung besitzt als das ›visuell Große‹ und sich alles in einer ganzheitlichen, stets sich selbst bedingenden Wechselbeziehung zueinander befindet, welche jedes Teiles zu\linebreak ihrem So-und-nicht-anders-sein und -wirken bedarf, also auch Nichts hinzugegeben oder weggenommen werden kann, ohne dabei die jeweils vorliegende, visuelle Beziehung bzw. Komposition\linebreak fundamental zu verändern (d.h. auch: ein Sichtbarkeitsgefüge \emph{z.B.} mehr lustfördernd oder lustmindernd zu erfahren). Weil dem Schüler jedoch die Sprache seines Lehrers unverständlich bleibt (obgleich dieser jene in höchstem Maß verständlich zu verwenden weiß), weil ersterer die echt-visuell (\emph{allgemein}: echt-sinnlich) begründeten Begriffsdefinitionen der jeweils verwendeten Begriffe noch gar nicht erfahren hat, gilt auch hier\linebreak das\,\, \mbox{P{\hspace{+3.156pt}}r{\hspace{+3.156pt}}i{\hspace{+3.156pt}}m{\hspace{+3.156pt}}a{\hspace{+3.156pt}}t{\hspace{+3.156pt}}\,\, d{\hspace{+3.156pt}}e{\hspace{+3.156pt}}r{\hspace{+3.156pt}}\,\, e{\hspace{+3.156pt}}i{\hspace{+3.156pt}}g{\hspace{+3.156pt}}e{\hspace{+3.156pt}}n{\hspace{+3.156pt}}e{\hspace{+3.156pt}}n{\hspace{+3.156pt}},{\hspace{+3.156pt}}\,\, s{\hspace{+3.156pt}}i{\hspace{+3.156pt}}c{\hspace{+3.156pt}}h{\hspace{+3.156pt}}t{\hspace{+3.156pt}}b{\hspace{+3.156pt}}a{\hspace{+3.156pt}}r{\hspace{+3.156pt}}k{\hspace{+3.156pt}}e{\hspace{+3.156pt}}i{\hspace{+3.156pt}}t{\hspace{+3.156pt}}s{\hspace{+3.156pt}}-}{\linebreak}\so{komponierenden Spielerfahrung.} Denn keine nicht-semiosphärische Quasi-Erfahrung kann an einen anderen Menschen vermittelt werden, ohne dass dieser sich diese selbst erspielt, ja \mbox{erkämpft hat!} Tritt dann der Schüler, im Rahmen obiger Bedingungen und möglicher Hilfestellungen sowie vermittels eines als zutiefst erkenntnisreich empfundenen ›Entzeichnungsblitzes‹, hinüber in jene fremde und doch so nahe Welt des alles-auf-alles-beziehenden Sehens (unter Einschluss der emotionalen wie auch geistigen Wirkungen der hier erfahrbaren, potenziell machtvollen Spiele),\linebreak so entledigt er sich gleichsam selbst seines eigenen modernistischen Gemütszustands (d.i. zugleich die ›göttliche Geburt in der Seele‹ $\to$ Meister Eckhart), erlernt die Sprache seines Lehrers und wird selbst neuer ›Lehrer der Sichtbarkeit‹, d.h. des\linebreak Menschen i.e.S., bzw. gelangt auf die letztmögliche, aber dafür\linebreak jederzeit und in alle Richtungen sowie Wirkungen hin völlig unbegrenzte Ebene, d.h. in sein ganz eigenes Sinnlichkeits-Universum (d.i. \so{›Postmodernismus‹). } Der postmodernistisch gewordene, zur freien und reinen ($\to$ Kap. 2.3) wie auch quasi-zweckbezogenen ($\to$ Kap. 2.2) Sichtbarkeitskomposition befähigte ›Mensch‹ darf sich seiner Selbstkritik bzgl. eigener Sinnesprodukte (jedenfalls zeitweilig, denn ein Rückfall auf die überwunden geglaubten Stufen kann, vor allem bei verblassender sichtbarkeits-komponierender Tätigkeits\-erfahrung, jederzeit erfolgen) entledigen, muss also \so{„nicht mehr {[}nur; J.F.{]} selbstkritisch``} (Greenberg 1997: 440, HV J.F.) arbeiten; denn er besitzt nun die Fähigkeit: im Wechselspiel der Sehmodi, d.h. im echt-visuell (\emph{allgemein}: echt-sinnlich) fundierten Zusammenspiel all seiner ihm nun voll zugänglichen, gar übergöttlich erweiterten Kräfte selbst noch außersinnlichen Zwecken mit der quasi-säkularen ›Macht der Sichtbarkeit‹ zu dienen.} \end{document}